Absender H-K

Hilbrich, Adolf

Quellenangabe

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 417

Es existiert keine Überlieferung zur Biographie von Adolf Hilbrich. Man weiß lediglich, dass er aus Waldenburg in Sachsen stammte.

Kurzbiografie

Konnte nicht ermittelt werden.

Feldpostbrief, 15. November 1915

  • Absendeort: Kobryn (1)
  • Truppenzugehörigkeit: Konnte nicht ermittelt werden
  • Dienstgrad: Wehrmann

 

Ihr liebe Schornbacher Kinder! // Ihr habt einen kinderreichen // Familien Vater durch Eure, mir // durch Schwester Pauline (2) überreichte // Liebesgabe große Freude bereitet. // Ich selbst bin seit Anfang des // Krieges hier in Rußland im Felde, // habe aber wenig Aussicht, da meine // Familie groß ist, etwas von den // meinigen zu erhalten, da dieselben // selbst, unter den jetzichen großen teuren // Verhältnissen schwer zu leiden haben, denn // meine sieben Kinder sind im Alter // von einen bis zum dreizehnten Lebens= // jahr. Liebe Kinder wie groß ist meine // sehnsucht nach meiner Familie zuhause, // denn es sind doch schon 15. Monate her // das ich sie nicht mehr gesehe habe. // Augenblicklich, liege ich im Lazarett // und bin schon auf dem Wege // zur Besserung Ihr lieben guten // Kinder, Eure Schwester Pauline // ist hier auch in diesen Lazarett // tätig, wenn ich nun auch nicht // allein dastehe, so werdet Ihr // lieben guten Kinder doch wohl // auch mit der Unterrichtung // Eurer Gabe an mir durch Schwester // Pauline zufrieden sein, der liebe // Gott drobens wirds Euch lohnen, // das ihr einen armen Familien // Vater solche große Freude bereitet // habt, ich entspreche gern Euren // Wunsche, Euch einige Zeilen zu // senden und stehts an euch denken // und auch noch mehr an mich // schreiben und wen ich auch zuhause // komme sollte auf einige zeit zur // erholung, Ich bin ein Sachse // Waldenburg in Sachsen ist meine // Heimat so will ich euch schreiben. // Mit vielen herzlichen Grüßen // an euch lieben Kinder // sendet euch Wehrmann // Adolf Hilbrich // aus Waldenburg i./ Sa. am Anger.

 

Aktualisiert am: 04.10.2016

Hof, Ernst-Gotthold

Inhaltsverzeichnis
  1. Quellenangabe
  2. Kurzbiografie
  3. 1: Feldpostkarte, 29. Januar 1915
  4. 2: Feldpostkarte, 11. November 1915
  5. 3: Feldpostkarte, 22. Februar 1916
  6. 4: Feldpostkarte, 31. März 1916
  7. 5: Feldpostkarte, o. D.
  8. Anhang

Quellenangabe

Ernst Gotthold Hof (+24.4.1918)

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 418

Kurzbiografie

Ernst Gotthold Hof war von Buhlbronn und fiel in Billes-Bretonneux.

1: Feldpostkarte, 29. Januar 1915

  • Absendeort: Schützengraben
  • Truppenzugehörigkeit: Württ. Ersatz-Division, Ersatz-Regt. Nr. 52, 2. Bataillon, 5. Kompanie
  • Dienstgrad: Ersatz-Reservist 
  • Werter Herr Pfarrer! // Für die Blättchen die ich erhalten // von Ihnen möchte ich meinen // herzlichen Dank sagen, wie sie // mich gefreut u. besonders als ich sie // las u. sah wie das alles was in // der Heimad vorgeht zu hören, u. // ganz besonders Tränen der Be= // wegung, als ich las der ist gefallen // u. der ist schwer u. jener leicht // verwundet. Es interessiert einem // immer zu erfahren was in der // Heimad vorgeht. Wenn man // sieht wie da u. dort ein Freund // u. Kamerad verwundet ja sogar // fallt, so kann man nicht genug // unserm lieben Heiland danken // wenn man noch gesund ist. Und // am besten ist es wenn man // einen Heiland im Herzen hat // unleserlich // Es grüßt Sie nun herzlich (Randbeschriftung:) Ernst Hof.

2: Feldpostkarte, 11. November 1915

  • Absendeort: nicht bekannt
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Werter Herr Pfarrer! // Für das Gemeindeblatt das // ich erhalten möchte ich Ihnen // herzlich danken, ich freue mich // sehr über die Nachrichten von // der l. Heimad die ich dadurch // ersehe. Durch Gottes Gnade // darf ich sagen daß ich bis // heute noch gesund bin, ich kann // es kaum glauben durch die // lange Zeit die ich schon im // Felde stehe, da muß ich sagen // Herr was ist der Mensch // daß du seiner gedenkst u. das // Menschenkind daß du dich seiner // annimmst? (1)  Es grüßt Sie Ernst // Hof.

3: Feldpostkarte, 22. Februar 1916

  • Absendeort: nicht bekannt
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Werter Herr Pfarrer! // Für Ihre liebe daß Sie mir immer // wieder das Gemeindeblatt zukommen // lassen besten Dank, ich bin Gott sei Dank // bis heute noch gesund. Gebe Gott daß es // möge bald Schluß würde. // Es grüßt Sie Ernst Hof.

4: Feldpostkarte, 31. März 1916

  • Absendeort: nicht bekannt
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Werter Herr Pfarrer! // Für das Gemeindeblättchen das ich // erhalten möchte ich Ihnen herzlich danken. // Ich freue mich immer zu erfahren wie es in // der Heimad aussieht. Ich bin Gott sei Dank // bis heute noch gesund, wofür ich nicht genug // danken kann wenn man an all die Zeit zu= // rückblickt, da kann u. muss man immer // sagen Herr ich bin nicht wert all der Barm= // herzigkeit die du an mir tust. (2)  Es grüßt // Sie Ernst Hof.

5: Feldpostkarte, o. D.

  • Absendeort: nicht bekannt
  • Truppenzugehörigkeit: Württ. Ersatz-Division, Ersatz-Regt. Nr. 52, 2. Bataillon, 5. Kompanie
  • Dienstgrad: krank

Werter Herr Pfarrer! // Für das blatt das ich gestern // erhalten, u. das ich mit vor= // liebe u. inderesse lese möchte // ich Ihnen herzlich danken. // Es geht mir Gott sei Lob u. // Dank gut u. bin gesund u. // munder. // Möchte unser lieber // Herr u. Heiland in Gnade // dreinschauen u. diesem schrecklichen // Blutvergießen bald ein // Ende machen. Es schmerzt // einem wenn man immer // wieder erfahren muß wie // einer um den anderen unserer // lieben Kameraden vermüßt // wird. Doch wir wollen uns // in Gottes Hand legen u. // sagen, Was Gott tut das ist wohl getan. Es grüßt Ernst Hof.

Aktualisiert am: 04.10.2016

Hof, Karl

Inhaltsverzeichnis
  1. Quellenangabe
  2. Kurzbiographie
  3. 1: Feldpostkarte, 29. Juli 1915
  4. 2: Feldpostkarte, 2. September 1915
  5. Feldpostkarte, 6. November 1915
  6. 3: Feldpostkarte, 8. Dezember 1915
  7. Feldpostkarte, 4. Januar 1916
  8. Feldpostkarte, 23. Februar 1916
  9. Feldpostkarte, 2. April 1916
  10. Feldpostkarte, 13. Oktober 1916
  11. Feldpostkarte, 3. Dezember 1916
  12. Feldpostkarte, 9. Mai 1916
  13. Anhang

Quellenangabe

Karl Hof

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 419

Kurzbiographie

 

Konnte nicht ermittelt werden.

1: Feldpostkarte, 29. Juli 1915

  • Absendeort: Frankreich
  • Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 27. Division, 54. Brigade, Inf.-Regt. Nr. 127,
  • 3. Bataillon, 12. Kompanie
  • Dienstgrad: Landsturmmann

Geherter Herr Pfarrer. // Ich möchte ihnen mitteilen // daß ich am 27. ihren / mit blätter und Karte // enthalten Brief erhielt, // und möchte ihnen meinen // besten Dank senden // dafür, ich bin im Argonnen= // wald im Schützengraben // und bin bis jetzt  noch // Gesund und Munter und // Vertraue auch fernerhin // auf meinen Heiland // er wird mich Führen wie es // recht ist. Freundliche Grüße // sendet Landstm. Karl Hof.

2: Feldpostkarte, 2. September 1915

  • Absendeort: Frankreich
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Werter Herr Pfarrer! // Ich möchte Ihnen mitteilen // daß ich das Gemeindeblatt // vom August erhalten // habe, und möchte Ihnen // meinen besten Dank senden // dafür, ich bin Gottlob // immer noch Gesund drotz // der vielen Gefahren // denen wir hier hier Ausgesetzt // sind, und ich möchte // meinem heiland auch // fernerhin um seinen // Schutz bitten. // Freundlichen Gruß // sendet Karl Hof.

Feldpostkarte, 6. November 1915

  • Absendeort: Argonnen
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Werter Herr Pfarrer! // Möchte Ihnen ergebenst mitteilen daß ich // das Gemeindeblatt wieder erhalten habe // und möchte Ihnen besten Dank senden // dafür, ich hätte schon Eher geschrieben aber // ich hatte keine Zeit, denn wir sind Tags= // über immer mit Arbeitsdienst beschäftigt, // und in letzter Zeit spannte[a  gemeint ist: mangelte] es etwas // an Kerzenlichter u. konnten deshalb Nachts // auch nicht Schreiben, sonst geht es mir // Gottlob immer noch gut und ich darf // jeden Tag die bewahrende Nähe u. Gnade // Erfahren u. möchte mich deshalb auch ferner= // hin der Gnade Gottes anbefehlen. // Freundlichen Gruß sendet Ihnen K. Hof. // (Randbeschriftung:) unleserlich /i>

3: Feldpostkarte, 8. Dezember 1915

  • Absendeort: Argonnen
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt 

 Geehrter Herr Pfarrer! Möchte Ihnen //mitteilen daß ich das Gemeinde= // blatt vom 11.15 erhalten habe und // möchte Ihnen besten Dank senden // dafür, es Inderessiert mich immer // was es alles neues giebt zu Hause, // ich bin gottlob immer noch gesund // u. geht mir soweit noch gut. Das // Wetter ist gerade nicht am besten // für uns denn es Regnet fast jeden // Tag bei uns da ists gerade nicht // besonders Angenehm. Denn unleserlich // ist wieder neu Naß, doch ich will mich // auch dem Herrn Anbefehlen u. auf seine // (Randbeschriftung:) Hilfe trauen. Freundlichen Gruß s. (Eckbeschriftung: ) K. H.

Feldpostkarte, 4. Januar 1916

  • Absendeort: Flandern
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Werter Herr Pfarrer! Möchte // Ihnen mitteilen daß ich am 5. das // Gemeindeblatt vom Jan. erhielt u. // möchte Ihnen meinen besten Dank // senden dafür, ich bin bis jetzt // gottlob immer noch gesund, bin jetzt // aber nicht mehr in den Argonnen // sondern in Flandern, ich habe // auch hier schon oft die Nähe // u. den Segen des Herrn erfahren // dürfen, u. will auch in Zukunft // auf seine Hilfe trauen. // Viele Grüße sendet Ihnen Karl Hof.

Feldpostkarte, 23. Februar 1916

  • Absendeort: Schützengraben in Flandern
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Geehrter Herr Pfarrer! // Möchte Ihnen mitteilen daß ich // das Gemeindeblatt wieder erhalten // habe, u. möchte Ihnen besten Dank // senden dafür, wie ich aus dem // Blatt lesen kann, hat Herr Sch. // Steidle Ihnen u. der Gemeinde // eine Nacht Ausführlich geschildert, // wie es eben im allgemeinen // ist, auch bei uns ists ziemlich // ähnlich wie dort, meine Adresse // ist jetzt etwas verkürzt. Freundlichen // (Randbeschriftung:) Gruß s[endet] Karl Hof

Feldpostkarte, 2. April 1916

  • Absendeort: Flandern
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Geehrter Herr Pfarrer! // Da ich heute gerade Zeit zum Schreiben // habe, möchte ich Ihnen mitteilen, // daß ich gestern das Gemeinde= // blatt von Ihnen erhalten habe. Ich // möchte Ihnen, meinen besten Dank // senden, denn wir können daraus // immer erfahren, was zu Hause alles // geschied. Es ist nur schade, daß wir // bei diesem herrlichen Wetter hier // sein müssen, wo zu Hause so viele // Arbeit wäre für uns. Viele Grüße sendet // (Randbeschriftung:) K. Hof.

Feldpostkarte, 13. Oktober 1916

  • Absendeort: Flandern
  • Truppenzugehörigkeit: nicht bekannt
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Geehrter Herr Pfarrer! // Indem ich // heute wieder das Gemeindeblatt von // Ihnen erhielt. So will ich Ihnen auf die= // sem Wege meinen besten Dank senden // dafür. Wie daraus zu ersehen ist, // kommen leider immer wieder Trauer= // nachrichten nach Hause. Was mich // persönlich betrifft kann ich Ihnen // mitteilen, daß ich bis jetzt trotz // all dem unangenehmen mich // immer noch meiner Gesundheit freuen // darf, u. möchte auch in Zukunft den // Herrn bitten er möge mit u. bei // mir sein. Nun Grüßt Sie Freundlich // Hof Karl

Feldpostkarte, 3. Dezember 1916

  • Absendeort: nicht bekannt
  • Truppenzugehörigkeit: Inf.Regt. Nr. 127, 12. Komp., z. Zt. bei Minenwerfern
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Geehrter Herr Pfarrer! // Möchte Ihnen mitteilen, daß ich //  am 2.12. das Gemeindeblatt vom // November erhalten habe. Und möchte // Ihnen besten dank senden dafür // ich bin zur Zeit noch gesund // wofür ich viel Dank schuldig bin, // zur Zeit bin ich jetzt das zweite // mal an der Somme. Es Freud // mich daß von Zeit zu Zeit auch // erfahre wies zu Hause ergeht // Freundlichen Gruß sendet // Ihnen Karl Hof

Feldpostkarte, 9. Mai 1916

  • Absendeort: nicht bekannt
  • Truppenzugehörigkeit: Inf.Regt. Nr. 127, 3. MG-Kompanie.
  • Dienstgrad: nicht bekannt

Geehrter Herr Pfarrer! // Nach längerer Zeit möchte // ich Ihnen auch wieder einige // Zeilen mitteilen. Und will Ihnen // besten dank senden für das // Gemeindeblatt, das ich gestern auch // wieder erhalten habe. Zur Zeit // bin ich in der Gegend von Räims[a Reims] // jedoch bis jetzt noch in Reserve. // Und bis jetzt bin ich noch gesund // u. geht mir soweit noch gut, wo= // für ich viel Dank schuldig bin. // Freundlichen Gruß sendet Ihnen // Karl Hof

Aktualisiert am: 04.10.2016

Hofelich, Ernst

Quellenangabe

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 421

Kurzbiografie

Zur Person von Ernst Hofelich konnte nichts ermittelt werden.

Feldpostbrief 3. Oktober 1915

{ Der Brief ist geschrieben von seinem Bruder Andreas Hofelich. Dem Brief ist ein Porträt von Ernst Hofelich als Krankenpfleger beigefügt. Fotograf J. Kleiber, Cannstatt}

Absendeort: Münster (Neckar)

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad:

Sehr geehrter Herr Pfarrer! // Im Auftrag meiner Eltern erlaube ich mir // Ihnen meinem Bruder sein Bild sowie // seine Adr. zu senden u sie würden // vielleicht so freundlich sein u meinen // Eltern auch ein Gemeindeblatt dann // zukommenlassen // seine Adr ist: // Freiwilliger Krankenpfleger // Ernst Hofelich // beim Württembergischen Mobilen // Begleittrupp I. Zug, 6. Arme // Etappeninspektion // Adr. von uns möchte ich ihnen auch gleich // senden // Andreas Hofelich // Maschinist // in Münster am Nekar // Klosterstrase No 13 // Mit grus // Famielie Hofelich.

Feldpostbrief, 7. Oktober 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad:

 

Sehr geehrter Herr Pfarrer!

Im Auftrage meiner lieben Mutter // erlaube ich mir gütigst Ihnen ein= // mal zu schreiben. Ich war ganz erstaunt, // als mir meine liebe Mutter schrieb, // ich soll auch Ihnen einmal schreiben. // Weil ich nun gerade heute ein wenig // Zeit habe will ich Ihnen nun einige Zei= // len widmen. Mir geht es Gott sei Dank // bis jetzt noch gut, bloß habe ich immer // ein wenig Malheur mit meinem // Fuß. Es ist halt manchmal oft zu // streng. Aber ich weiß, ich bekomme Kraft // von unserem Heiland, der auch, als // er von Feinden umringt war, // von seinem Vater Kraft und Hilfe bekam // nach harter und schwerer Arbeit, aber // später siegreich heimziehen // durfte hinauf gen Himmel wo // ewiger Friede herrscht, und so wollen // auch wir einmal heimziehen siegreich, // aber nicht nur siegreich auf Erden, auch // Sieg und Friede im Herzen, das ist // meine Losung und mein Ziel und mit // diesem Gedanken bin ich hinausge= // zogen trotz meinem kranken Fuß, // welcher mir sehr viel zu schaffen macht. // ich konnte nicht mehr daheim bleiben, // es zog mich förmlich hinaus. Ich // bin in Cambrai einquartiert. Hier // ist es sehr schön, aber auch sehr gefährlich. // Jeden Tag kommen feindliche Flieger. // Am 23. September waren 17 Flieger hier, haben // schwer bombardiert. Es gab 7 Tote, 30- // 40 Schwerverwundete und Leichtverwundete. // Am 2. Oktober war ein französisches Luftschiff // hier, hat 12 Bomben geworfen. Eine // fiel in das Haus, wo fünf Kameraden, // freiw. Krankenpfleger wohnten. 1 war // gleich tot, 3 schwer- und 1 leichtverwundet. Herr Oberstabsarzt Rühle wurde auch // getötet durch einen Splitter und 1 Maschi= // nenleiter, es war abends um 10 ½ Uhr. // Auch unsere Fenster sind  großenteils // zertrümmert, denn eine Bombe platzte // in der Nähe von unserem Quartier. // Keine Minute ist man sicher, der // Tod steht immer vor der Türe. Ich bin // einem mobilen Begleittrupp zugeteilt, // da müssen wir Lazarett- und Transport= // dienst machen. Ich bin schon 8 Wochen in // einem Lazarett tätig, und zwar bin ich // da als hilfe beim Arzt. Ich komme aber // jedenfalls in nächster Zeit zum Auto= // park, mein Zugführer hat es gesagt. // Ich bin in einer Villa einquartiert, da haben wir alles, bloß keine Betten // und nichts zum Essen. Wir liegen auf dem Boden. Ich muss nun schließen und hoffe, // auch von Ihnen einmal mit einer Karte  // erfreut zu werden. // Es grüßt Sie und Ihre lieben // freundlich // Ihr früherer // Unterrichts-Schüler // Ernst Hofelich. // Mit Gott für König und Vaterland.

Feldpostkarte, 2. November 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad:

Sehr geehrter Herr Pressel! // Ihren lieben Brief habe ich erhalt= // en welcher mich außerordentlich // freude hauptsächlich das Gemein= // deblatt von meiner lieben Heimat. // Es wäre mir sehr angenehm wenn // Sie mir auch den Anzeiger zu= // schicken würden. Den Abonemets= // betrag sowie Ihre Unkosten werde // ich Ihnen dann aushändigen u. // per Post schicken. Es ist immer die // größte Freude wenn man auch weiß // wie es auch Daheim zugeht. Ich // mache Ihnen meinen besten Dank für Ihre // Güte u Liebe die sie mir erwiesen // haben. Grüße an die Gemeinde Buhlbronn. // Es grüßt Sie Ihr Ernst Hofelich.

Feldpostkarte, 15. Dezember 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: Kriegslazarett 6. bayer. Res.-Division, Etappeninspektion 6. Armee, Abteilung III.

Dienstgrad: freiwilliger Krankenpfleger

Sehr geehrter Herr Pfarrer! // Heute erhielt ich Ihre Zeitung spreche Ihnen // meinen besten Dank aus. Mein Wunsch den // ich schon lange habe kann leider nicht erfüllt // werden da ich plötzlich krank geworden bin u. // deshalb nicht in Urlaub fahren kann. Bin nun schon // seit 3 Wochen hier im Lazarett, habe Rheu= // matismus in den Muskeln es geht aber jetzt wieder // ein wenig besser muss halt immer im Bett blei= // ben kann halt kaum laufen. Hoffentlich kann // (Randbeschriftung:) ich bald wieder meiner // Arbeit nachgehen. // (Eckbeschriftung:) Es grüßt Sie Ihr // Ernst Hofelich.

Feldpostkarte, 9. Februar 1916

Truppenzugehörigkeit: Vereinslazarett vom Roten Kreuz, Cannstatt, Waiblinger Straße.

Dienstgrad: Freiwilliger Krankenpfleger

Sehr geehrter Herr Pfarrer // Heute früh kam zu meinen großen erstaunen // Ihr liebes Blatt in meine Hände. Entschuldigen // Sie bitt weil ich so lange nichts von mir hören // denn es war mir unmöglich denn meine Adr. änderte // sich in letzter Zeit sehr oft. Ich bin nun durch die // Mühe von Herrn Oberstabsarzt Dr. Grosse hierher // verlegt worden. Es will halt gar nicht besser werden // muss immer noch im Bett bleiben. Es grüßt Sie Ihr // Ernst Hofelich. // (Randbeschriftung:) Auch besten Dank für alles

Feldpostkarte 6. April 1916

{ Die Karte ist nicht von Ernst Hofelich, sondern in dessen Auftrag von O. Rote geschrieben}  

Absendeort: Cannstatt

Truppenzugehörigkeit: Bezirkskrankenhaus Cannstatt, Bau 3.

Dienstgrad: Freiwilliger Krankenpfleger

Sehr geehrter Herr Pfarrer Pressel! // Im Auftrag meines // lb. Kameraden Hofelich, soll // ich Ihnen den besten Dank // für die Zusendung der Zeitung // sagen. Es tut ihm sehr leid, // Ihnen nicht früher einige // Zeilen zugehen lassen zu können. // Sein Zustand war in letzter // Zeit nicht sehr lobend, aber // gottlob ist er jetzt wieder ganz // wohl; obwohl sich die Besserung // sehr langsam vollzieht. Er // ist immer sehr hoffnungsvoll u. // mit seinem Schicksal zufrieden, // was ihm sehr zugute kommt. In // der Hoffnung Sie bald besuchen // zu können, läßt er Sie herzlich // grüßen Hochachtungsvoll // O. Rote.

Feldpostkarte, 30. Dezember 1916

Absendeort: Cannstatt

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad:

Werter Herr Pfarrer! // Besten Dank für die freundliche // Zusendung der werten Blätter, // welche mir stäts Willkommen sind. // Wünsche Ihnen auch ein gesegnetes // neues Jahr. Bin seit  dem 2. Dez. // wieder in Cannstatt im Krankenhaus. // (Randbeschriftung:) Es grüßt Sie Ernst Hofelich

Feldpostbrief, 23. Dezember 1917

Absendeort: Stuttgart

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad:

Mein lieber Herr Pfarrer! // Heute nach Wochen will ich mich // aufschwigen u. Ihnen ein kleines // Brieflein schreiben. Vor allem ent= // schuldigen will ich mich für // meine Schweigsamkeit! Für // die freundliche zusendung des Gemeinde= // blatts Danke ich Ihnen von ganzem // Herzen. Heimatlich, da schlumerd, // durch gnaten der Krankheit[a Meint Verfasser: „Gedanken an die Heimat, sie schlummern, in Zeiten  der Krankheit erwachen sie und bringen einem zurück in das Land der  Kindheit“], // erwachen u. bringen einem zurück // in das Land der Kindheit, durch // die einfache schlichte Worte die // aus dem Blättchen hervorgehen. // Gern pflege ich einen Verkehr mit // meiner Heimat – das gute zu // fördern u. pflegen mit jedem // Atemzug – // Mit wem ist nur die Frage wen // man schon 25 Monat danieder // liegt u. seine Heimat, sein Glück // missen muss?? Wiederum haben // wir Weihnachten! // Unbeirrt geht die Mutter Erde // ihren stillen Weg durch die // Welten; ob auch das Blut // ihrer Kinder dampft u. nieder= // tropft, ob ihre Klüfte, Berge // u Täler widerhallen vom // Geschrei der Wutdes Entsagens // Wie viel Blut u. Tränen sie schon // trägt, welche Greuel sie schon // sah, von Anbeginn an? – // und Lenz u Herbst kamen u // gingen auf ihren Wegen … // ... obgleich manch Menschens= // kind vermeinte[b Unklare Formulierung, will der Verfasser sagen: „Frühjahr und Herbst kamen   und gingen immer wieder, obgleich mancher Mensch dies nicht für möglich   hielt“?],die Sonne // müßte stillstehen u. die Gestirne // verlöschen vor dem weltenbreiten // Weh das in diesen Schreckenstagen // wuchs. // Man könnte noch vieles schreiben // aber der Raum reicht mir nicht // aus. // (Eingeschoben:) Deshalb will ich mich kurz fassen. // Mit Gottes Gnaden dürfen // wir auch fragen: // Welches Jahr sah mehr Helden= // mut als dieses, bei Man u. // Weib, sah mehr Leid u. Bürde // tragen in gottgeweihter Geduld, // hörte mehr Lobgesänge unter // quellenden Tränen, derer denen // Wunden geschlagen an // Leib u. Seele? Gebe Gott, daß // wir uns in diesen Hoffnungen // nicht täuschen lassen u. // dass diese Chronik anders // geschrieben wird, als es der // Welthistoriker bucht. Gebe es // Gott, daß viele Namen ein= // getragen werden, daß eine // reiche Ernte entstehe aus // bitterer Saat der Tränen u. // des Bluts, des Herzeleid // der Kranken im eisernen // Bann der Zeit. Über dessen // wir[d] eine neue Zeit beginnen // des Heils u. des Friedens // unter den Waffen der // Menschheit. // Das walte Gott. // Wünsche Ihnen, meinem lieben // Herr Pfarrer samt Ihre Familie // u. der ganzen Gemeinde ja // meiner ganzen Heimat // Fröhliche Weihnachten. // (Randbeschriftung rechts:) Entschuldigen Sie meine schlechte Schrift es geht nicht besser// liege ganz // stark im Bett // (Randbeschriftung links:) Gott befohlen u. herzliche Grüße // erlaubt sich Ihnen zu // senden Ihr Ernst Hofelich.

Aktualisiert am: 04.10.2016

Immholz, Hugo

Quellenangabe

(1.1.1895 in Stuttgart)

Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Pfarramt Schornbach, Nr. 426

Kurzbiografie

Bei Pflegeeltern in Schornbach aufgewachsen, seit Sommer 1915 im Feld, ausgezeichnet mit dem EK II. dem preußischen Verdienstorden sowie der Silbernen Militärverdienstmedaille. { Aus der Zeit vom 08.06.1915 bis 25.02.1918 sind 3 Briefe und 16 Karten vorhanden, außerdem 1 Karteikarte und 1 Adresszettel.}

Feldpostkarte, 8. Juni 1915

Absendeort: Münsingen

Truppenzugehörigkeit: -

Dienstgrad:-

 

Bin seit Pfingsturlaub // in Münsingen, wäre // schon ins Feld gekommen, // aber bin verschont geblieben. // In Münsingen ist es schön, // eine gute Kost u. nichts // zu essen, da verhungert // man schier gar. // Wenn ich Urlaub // bekomme, so werde // ich ihn noch benutzen. // Es grüßt Sie und // Ihre Frau sowie Kinder // herzlich von Hugo.

Feldpostkarte, 24. Juni 1915

Absendeort: Münsingen

Truppenzugehörigkeit: Feld-MG-Kompanie, Münsingen

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr Pfarrer!

Ihre werthe Blättchen erhalten // aber im Gemeindeblatt traurige // Nachrichten. Ich bin auch marsch= // bereit, es kann alle Tage // abgehen, wohin wissen wir // nicht. Wenn Sie mir noch // eine Kleinigkeit zukommen // lassen würden, wäre // ich sehr dankbar. Es grüßt // Sie, sowie Ihre Frau, // herzlich von Hugo, auch // die Kinder. Wer weiß, // ob wir uns wiedersehen. // ?????? Mein Sinn // ist, wer auf Gott vertraut, // hat auf keinen Sand gebaut. { Zitat aus dem Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Dieser Satz ist unterstrichen.}

 

Bildpostkarte, 12. Juli 1915 (Zustellung aus militärischen Gründe verzögert)

Absendeort: Lissa (Bezirk Posen)

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad:

 

Hier verpflegt geworden. // Man riecht aber // schon den Todes= // geruch. Hugo.

Feldpostkarte, 13. Juli 1915

Absendeort: Schützengraben

Truppenzugehörigkeit: 25. Reserve-Armeekorps, Landst.-Inf.-Regt Nr. 13, 1. Bataillon,

Feld-MG-Zug

Dienstgrad:

 

Geehrter Herr Pfarrer!

Nach 68stündiger Fahrt // glücklich in Russland // angekommen u. sofort // im Schützengraben eingezogen. // Nun hoffe ich daß Sie und Ihre // Frau und Kinder alle gesund // sind. Es grüßt Sie herzlich // Hugo. Schütze Hugo Immholz // F.M.G.Zug des 1. Württ. // Ldst-I-Rgt 13.

1. Batl. 24. // III.A.K. 49. Reservedivision. // Da sieht man den Ernst des // Lebens. Nochmals viele // Grüße sendet Hugo // Auf baldiges Wieder= // sehen.???

Feldpostkarte, 2. August 1915

Absendeort: Auf dem Fußweg nach Warschau

Truppenzugehörigkeit: 25. Reserve-Armeekorps, 49. Reserve-Division, Ldst.Inf.Regt. Nr. 13, Feld-Masch-Gew.-Zug 24.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr Pfarrer!

Das geehrte Gemeindeblatt // erhalten, was mich sehr freute, // etwas von der Heimat // zu hören. Aber geehrter Herr // Pfarrer, wenn sie mir das // Blatt schicken, so sind Sie so // gut und schreiben Sie alle= // mal auch einige Zeilen // dazu wenn mann wieder was // von der Heimat hört, da hat mann // halber gegessen. Es grüßt Sie // sowie Ihre Frau und Kinder // herzlich von Hugo. // Auf baldiges Wiedersehen! // ? ? ? ? ? ? // Viele Grüße an sonst Be= //kannte auch an die Gemeinde // Schornbach

Bildpostkarte, 5. August 1915

Absendeort: Warschau,

Truppenzugehörigkeit: 25. Reserve-Armeekorps, 49. Reserve-Division, Ldst.Inf.Regt. Nr. 13, Feld-Masch-Gew.-Zug 24.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr Pfarrer!

Welch ein Glück und // Freude. Viele Grüße // sendet Hugo aus // Warschau an Sie // und Frau Pfarrer // und die Kinder, bin // noch gesund, was // ich von Ihnen // auch hoffe. // Nochmals // viele // Grüße!

Bildpostkarte, 8. August 1915

Absendeort: Warschau

Truppenzugehörigkeit: 25. Reserve-Armeekorps, 49. Reserve-Division, Ldst.Inf.Regt. Nr. 13, Feld-Masch-Gew.-Zug 24.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr// Pfarrer!

Warum schreiben // Sie mir den // gar keine Ant- // wort. Es grüßt // Sie u. Ihre Familie // herzlich Hugo!

Feldpostkarte, 9. September 1915

Absendeort: Warschau

Truppenzugehörigkeit: 25. Reserve-Armeekorps, 49. Reserve-Division, Ldst.Inf.Regt. Nr. 13, Feld-Masch-Gew.-Zug 24.

Dienstgrad: Schütze

Geehrter Herr Pfarrer!

Das werte Gemeinde= // blatt sowie das Blatt „Durch Kampf zum Sieg“ // erhalten. Im Gemeinde= // blatt kommt etwas sehr schönes // von meinen Pflegeeltern. // Das freut mich und vergönne // es ihn[en] auch sowie allen // anderen von Herzen. // Ich habe zwei Photographien // abgeschickt an Herrn Pfarrer // und hoffe, dass sie ankommen. // Brief folgt. Mit herzlichem // Gruß an die ganze // Familie von Hugo! // Baldiges Wiedersehen so Gott will. // ? ? ?

 

Feldpostkarte, 1. Oktober1915

Absendeort: Warschau

Truppenzugehörigkeit: 25. Reserve-Armeekorps, 49. Reserve-Division, Ldst.Inf.Regt. Nr. 13, Feld-Masch-Gew.-Zug 24.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr und Frau Pfarrer!

Das werte Gemeinde= // blatt mit bestem Dank // erhalten. Bin bis jetzt // immer noch gesund, was // ich von Ihnen und Ihrer // werthen Familie // auch hoffe. Viele herz= // liche und freundliche // Grüße sendet an Sie // sowie an Ihre werte // Frau und Kinder und // an die Gemeinde // Schornbach! Hugo // Immholz, der Mit= // eroberer Warschaus.

Bildpostkarte, 7. November 1915

Absendeort: Warschau

Truppenzugehörigkeit: 25. Reserve-Armeekorps, 49. Reserve-Division, Ldst.Inf.Regt. Nr. 13, Feld-Masch-Gew.-Zug 24.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr Pfarrer!

Viele Grüße sendet // an Sie sowie Ihre // Frau und Kinder aus // fernem Osten // Hugo Immholz.

Feldpostkarte, 14. Dezember 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: Beskiden-Armeekorps, 47. Reserve-Division, Ldst.Inft.Regt. Nr. 13, Feld-MG-Zug 24, Reserve-Kavallerie-Abteilung.

Dienstgrad: Schütze         

 

Viele Grüße aus // fernem und hohem Osten Hugo! // Fröhliche Weihnachten! // In Warschau sind wir nicht // mehr, wir sind sehr weit // vorgekommen. Meine Adresse ist jetzt: // Schütze ….. Feld.M.G.Zug 24. Ldst.Rgt. 13, 47. Reservedivision, 47. Res. Kavallerie-Abteilung // Beskiden-Korps.

Feldpostkarte, 1. Januar 1916

 

Absendeort: Unterstand

Truppenzugehörigkeit: Beskiden-Armeekorps, 47. Reserve-Division, Ldst.Inft.Regt. Nr. 13, Feld-MG-Zug 24, Reserve-Kavallerie-Abteilung.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr und Frau Pfarrer!

Viele herzliche Grüße // sendet zum Jahres= // wechsel aus dem // fernen hohen Osten // Hugo. Bin bis jetzt // noch gesund, was ich // von Ihnen auch hoffe. // Es grüßt Sie sowie // Ihre Frau und Kinder // herzlich von // Hugo! // Ich bin in der Gegend von Pinsk {Stadt in Weißrussland}.

 

Feldpostkarte, 9. Januar 1916

Absendeort: Rokitnosümpfe

Truppenzugehörigkeit: Beskiden-Armeekorps, 47. Reserve-Division, Ldst.Inft.Regt. Nr. 13, Feld-MG-Zug 24, Reserve-Kavallerie-Abteilung.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr und Frau Pfarrer!

Heute mit großer Freude // den Heimatgruß erhalten // wofür ich bestens danke. // Ich bin zur Zeit in der // Gegend von Pinsk, geht // mir soweit noch ordent= // lich, was ich von der // Familie Pressel auch // hoffe und wünsche. Unser // größter Wunsch wäre // Frieden. Es grüßt Sie // sowie Ihre Frau und // Kinder aus dem fernen // Russland. Schütze Hugo Immholz! // Auf ein baldiges Wiedersehen!

Feldpostkarte, 4. Februar 1916

Absendeort: Rokitnosümpfe

Truppenzugehörigkeit: Beskiden-Armeekorps, 47. Reserve-Division, Ldst.Inft.Regt. Nr. 13, Feld-MG-Zug 24, Reserve-Kavallerie-Abteilung.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr Pfarrer!

Habe am 3. Februar die Blättchen // „Durch Kampf zum Sieg“ erhalten, // wofür ich Ihnen bestens danke, // aber schon lange kein Gemeinde= // blatt mehr. Ich bin soweit noch // gesund und munter, was ich // von Ihnen und Ihrer werten // Familie auch hoffe und wünsche. // Am 28.1. habe ich von Ihrem // werten Vorgänger ein Paket er= // halten mit Zigarren, wo mich // sehr freute. Das kam ganz un= // verhofft von Herrn Pfarrer Berner von Öschelbronn, Oberamt Herrenberg. // Indessen grüßt Sie sowie // Ihre Frau und Kinder freundlich // von Schütze Hugo Immholz. // auch in der Hoffnung auf // baldigen Frieden und frohes // Wiedersehen. ? ? ?

 

Feldpostkarte, 13. Februar 1916

Absendeort: Rokitnosümpfe

Truppenzugehörigkeit :Beskiden-Armeekorps, 47. Reserve-Division, Ldst.Inft.Regt. Nr. 13, Feld-MG-Zug 24, Reserve-Kavallerie-Abteilung.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr Pfarrer!

Mit bestem Dank // das Gemeindeblatt // sowie „Durch Kampf // zum Sieg“ erhalten, // wofür ich bestens // danke. Bin soweit // noch gesund, was // ich von Herrn Pfarrer // auch hoffe und wünsche. // Mit bestem // Gruß Hugo Immholz. // Auf baldiges // frohes Wiedersehen. // ? ? ?

Feldpostkarte, 18. Juni 1916

Absendeort: Schützengraben

Truppenzugehörigkeit: Beskiden-Armeekorps, 47. Reserve-Division, Ldst.Inft.Regt. Nr. 13, Feld-MG-Zug 24, Reserve-Kavallerie-Abteilung.

Dienstgrad: Schütze

 

Geehrter Herr Pfarrer!

Viele freundliche Grüße // sendet Ihnen aus dem fernen // Rußland an Ihre werte // Familie Hugo. // Bin soweit noch gesund, // aber wir warten // alle Tage mit Sehn= // sucht auf ein Feld= // postpäckchen wo der // Friede drin kommt, // aber alle Tage umsonst.  // Nun will ich schlies= // sen mit bestem Gruß // Hugo, auch an Ihre werte // Familie.

Feldpostbrief, 15. August 1916

Absendeort: Schützengraben

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad: Schütze

 

Werther Herr Pfarrer!

Möchte Ihnen und Ihrer // Familie auch einige Zeilen mitteilen. // Bin soweit noch gesund, // was ich von Herrn Pfarrer // und seiner Familie auch // hoffe und wünsche. // Wir warten jeden Tag // mit großer Sehnsucht // auf den Frieden, aber // immer vergebens! // Einmal muß er doch // kommen, wir müssen // eben ausharren bis ans // Ende und nicht verzagen! // Werther Herr Pfarrer! // Da ich im Gemeindeblatt // die traurige Nachricht gelesen // habe, dass mein Altersge= // nosse Wilhelm Münz{Wilhelm Münz befand sich in der Lehrerausbildung, sein Vater Johannes Münz war Schulleiter in Schornbach gewesen und am 16.04.1915 dort überraschend verstorben. Wilhelm Münz ist am  01.07.1916 gefallen.}  // gefallen ist, so habe // ich folgenden Nachruf für // ihn gewidmet. // Ich möchte Herrn // Pfarrer bitten, // dass er den Nachruf // ins Gemeindeblatt // Schornbach drucken läßt. // Es grüßt Sie und Ihre // Familie herzlich // Hugo! // Lassen Sie es // recht bald hinein drucken // mit Unterschrift! //

Nachruf! // Meinem lieben treuen // Altersgenossen // Wilhelm Münz, Unterlehrer, Schornbach. // 1. Zu tiefem Schmerz  der Mutter und // Schwester // kam schrecklich schnell die // Trauerbotschaft // daß ihr geliebter Sohn und // Bruder Wilhelm // vom schönsten Tod dahinge= // rafft. // Mit Gott für's Vaterland! // 2. Wie mancher brave wackre  Schwabe // hat er gekämpft und fest gestritten; // und als ihn traf das harte Eisen // hat er den Heldentod erlitten // Mit Gott für's Vaterland! // 3. Das Schwere, das Euch hat getroffen, // Mög Gott Euch tröstend helfen tragen, // er ruft in Frieden; // dem er starb. // Ihr dürft es stolz und ruhig sagen: // Mit Gott für's Vaterland! // Zum Andenken von seinem treuen Alters= // genossen // zur Zeit im Felde // Hugo Immholz.

Feldpostkarte, 6. November 1916

Absendeort: Schützengraben

Truppenzugehörigkeit: Beskiden-Armeekorps, 47. Reserve-Division, Ldst.Inft.Regt. Nr. 13, Feld-MG-Zug 24, Reserve-Kavallerie-Abteilung.

Dienstgrad: Schütze

 

Werther Herr Pfarrer!

Habe heute das Gemeinde= // blatt  mit bestem Dank erhalten. // Bin soweit noch gesund, was // ich von Ihnen und Ihrer werten // Familie auch hoffe und wünsche. // Nun will ich schließen // in der Hoffnung auf // ein baldiges Wiedersehen? Es grüßt // Sie freundlichst Hugo Immholz

Feldpostkarte, 6. Februar 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Beskiden-Armeekorps, 47. Reserve-Division, Ldst.Inft.Regt. Nr. 13, Feld-MG-Zug 24, Reserve-Kavallerie-Abteilung.

Dienstgrad: Gefreiter

 

Werther Herr Pfarrer!

Habe heute das Gemeindeblatt er= // halten, wofür ich Ihnen bestens // danke! Ich möchte Ihnen meine // neue Adresse mitteilen. // Gefreiter ImmWertherholz, 2. M.G.K., Landst. Regt. 13, II. Bataillon. // Mit bestem // Gruß Gefreiter // Hugo Immholz.

Feldpostbrief, 8. August 1917

Absendeort: Frankreich

Truppenzugehörigkeit.III. M.G.K., Inf.Regt. 125, III. Bataillon

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Werther Herr Pfarrer! // Habe heute das Gemeinde= // blatt sowie „Durch Kampf // zum Sieg“ endlich auf // einmal wieder erhalten. // Ich dachte, es würde // mir gar nicht mehr // zugeschickt. Geht mir // soweit immer noch // ordentlich, bin Gott Lob und // Dank noch gesund. // Werther Herr Pfarrer! // Es würde mich auch sehr // freuen, wenn ich als halber // Schornbächer in die Ehrentafel // des Gemeindeblattes aufgenommen // würde. Ich habe Herrn Pfarrer // einige mal meine Adresse // geschrieben, als ich zum // Gefreiten befördert wurde, aber immer hieß es Schütze. // Bin jetzt seit 18.07.1918 // Unteroffizier // sowie auch Inhaber des EK II. Klasse // und des 2. preußischen Verdienstorden[s]! // Wurde mir für Tapfer= // keit beförderta und meine // Auszeichnungen erhielt ich // auch nicht  hinter der // Front!! // Viele Grüße an Herrn sowie an Frau Pfarrer // und Kinder. // Mit bestem Gruß // Unteroffizier // Hugo Immholz. // Besten Dank noch für das // Gemeindeblatt!

Feldpostkarte, 25. Februar 1918

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Werther Herr Pfarrer !

Teile Ihnen kurz mit, dass ich immer // noch gesund und am Leben bin. // Geht mir soweit noch gut, was // ich von Ihnen und Ihrer Familie // auch hoffe und wünsche. Wurde // heute auch mit der 4. Kriegs= // auszeichnung ausgezeichnet, und//  zwar mit der Silbernen // Militärverdienstmedaille für // Tapferkeit und Treue. // Hoffentlich ist es mir vergönnt, // dass ich bald und gesund in die // liebe Heimat zurückkehren darf! // Mit bestem Gruß // Unteroffizier H. Immholz.

Aktualisiert am: 04.10.2016

Kärcher, Emil

Quellenangabe

(*1.8.1895)

Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 428

Kurzbiografie

Von Emil Kärcher aus Schornbach ist lediglich bekannt, dass er das Bayerische Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern (Gdebl. 11/15; 6/17) erhielt.

Feldpostkarte, 29. September 1915

Absendeort: Kaiserslautern

Truppenzugehörigkeit:  Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Geehrter Herr Pfarrer! // Für erhaltenes Gemeindeblatt // sage ich Ihnen meinen herzlichsten // Dank. Ihre Liebenswürdigkeit, welche // Sie an uns Soldaten beweisen ist // sehr groß u. freut mich sehr, daß ich nun // auch dieses Heimatsblatt erhalte. // Ich werde Ihnen in nächster Zeit auch // eine Photografie zukommen lassen, ehe ich ins // Feld komme. // (rechter Rand) Viele herzliche Grüße// sendet Ihnen // Emil Kärcher

Bildpostkarte, 19. Oktober 1915

Absendeort: Hammelburg

Truppenzugehörigkeit:  Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

Werter Herr Pfarrer! // Ihnen zur Nachricht, daß // ich seit 16. d. hier bin // u. voraussichtlich bis // 25. auch hier bleiben u. dann // ins Feld kommen. Wenn // ich Sie bitten dürfte mir das // Blättchen dann auch wieder // nachsenden zu wollen, wäre ich // Ihnen sehr dankbar. Mit vielen // Grüßen schließe ich. Ihr Emil Kärcher
links am Rand: Meine Adresse lautet: // vorn auf dem Bild: Inf. Emil Kärcher // 22. Res. Inf. Reg. // 3. Batl. 10. Komp. // By. Hammelburg. // Unterfranken.

Portraitpostkarte, 26. Oktober 1915

Absendeort: Hammelburg

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr Pfarrer! // Anbei sende ich Ihnen mein // versprochenes Bild, aber aus // Hammelburg. Bin seit 16. d. // hier, aber unbekannt wie lange. // Ich grüße Sie nun herzlich // Emil Kärcher

Feldpostkarte, 9. November 1915

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit:  Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr Pfarrer! // Habe Ihr letztes Blättchen nach // Hammelburg dankend erhalten. // Bin seid 6. d. M. im Feld u. bitte // Sie mir das Blättchen auch // hierher senden zu wollen. // Mit vielen Grüßen in die Heimat // verbleibe ich Ihr Emil Kärcher.

Feldpostkarte, 10. Dezembver, 1915

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit:  Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr // Pfarrer! // Sende Ihnen, sowie der ganzen // Gemeinde meine herzlichsten // Weihnachts- und Neujahrsgrüße // aus dem Felde. // Habe die letzte Nummer des Gemeinde- // blattes mit bestem Dank erhalten. // Mit den besten Grüßen Ihr // Emil Kärcher.

Feldpostkarte, 23. Februar 1916

Absendeort: Im Feld

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

Werter Herr Pfarrer! // Mit großer Freude habe ich die letzte Nummer // vom Gemeindeblatt erhalten u. danke Ihnen // herzlich dafür. Die liebe, gute Heimat denkt // auch immer an uns, die wir hier im Regen // u. Schnee ausharren müssen für das // Vaterland. Wenn nur der eine Wunsch der // vielen Menschen, Freund oder Feind, bald // in Erfüllung ginge. Wir wollen auf Gott // vertrauen u. das Beste hoffen.

Feldpostkarte, 19. April 1916

Absendeort: Vogesen

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr // Pfarrer! // Sende Ihnen die herzlichsten // Ostergrüße aus den Vogesen. // Bin noch gesund und munter, was // was ich von Ihnen ebenfalls auch hoffe. // Bei uns ist’s wirklich nichts schönes // da jeden Tag u. jede Nacht Regen // u. Schnee fällt u. dabei noch schön // kalt ist. Sind Sie mit Ihrer Gemeinde // noch herzlich gegrüßt von Emil Kärcher. links am Rand: Auf frohes baldiges Wiedersehen

Feldpostkarte, 6. Mai 1916

Absendeort: Vogesen

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

Werter Herr // Pfarrer! // Mit großer Freude und bestem Dank // habe ich die letzte Nummer des Gemeinde- // blattes erhalten. Bin immer noch gesund // u. munter, was ich von der l. Heimat // gemeinde auch hoffe u. auch denken darf. // Es wäre ja schön, wenn wir bei diesem // schönen Frühjahrswetter als Sieger in // die liebe Heimat fahren dürften, was // jedoch noch nicht den Anschein hat.

Feldpostkarte, 14. Juni 1916

Absendeort: Im Schützengraben

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr // Pfarrer! // Habe die letzte Nummer vom Gemeindeblatt // erhalten u. danke Ihnen herzlich dafür. // Kann bis jetzt, Gott sei Dank, nur froh sein // daß ich noch gesund und munter bin, was // ich auch fernerhin wünsche, ebenso den // andern Kameraden, damit man ein // frohes Wiedersehen feiern kann. Welches bald geschehen möge.

links am Rand:] Sei die alte Heimtagemein- // de noch herzlich gegrüßt von // Inf. Emil Kärcher.

Feldpostkarte, 14. August 1916

Absendeort: Frankreich

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr Pfarrer! // Ihnen zur Nachricht, daß ich das // liebe Gemeindeblatt erhalten habe u. // Ihnen hiermit besten Dank sage. // Bin noch gesund u. munter, was // ja unter Gottes Hilfe so weiter der // Fall sein möge. Sind Sie noch herz- // lich gegrüßt von Inf. Emil Kärcher.

Bildpostkarte, 25. Dezember 1916

Absendeort: Kronstadt (Siebenbürgen)

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr Pfarrer! // Sende Ihnen am heuteigen Fest- // tage aus Rumänien die herzlichsten // Weihnachts- u. Neujahrsgrüße. // Das liebe Heimatblättchen habe // ich erhalten, wofür ich herzlich // danke. Bin noch gesund u. munter // u. hoffe auf baldigen Frieden u. // frohes Wiedersehn u. grüße nochmals die // liebe Heimatgemeinde Ihr Emil Kärcher

Bildpostkarte, 30. Dezember 1916

Absendeort: Mainhardt

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist (z. Zt. Urlaub in Neuhütten)

 

Der lieben Heimatgemeinde // senden zum Jahreswechsel // die herzlichsten // Glück- und Segenswünsche // Emil Kärcher // nebst Eltern u. Geschw.!

Feldpostkarte, 21. Januar 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

Geehrter Herr // Pfarrer! // Das liebe Gemeindeblättchen // habe ich erhalten, wofür ich // herzlich danke. Es freut mich sehr // so oft ich eine Neuigkeit aus // der Heimat erhalte. Bei bestem // Wohlsein grüße ich Sie mit Gemeinde // Ihr Inf. Emil Kärcher

Bildpostkarte, 17. Februar 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr // Pfarrer! // Für erhaltenes Gemeinde- // blatt sende ich meinen // herzlichsten Dank. // Auf baldigen Frieden hof- // fend u. frohes Wiedersehen // grüßt herzlichst Inf. // Emil Kärcher

Feldpostkarte, 18. März 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

Werter Herr // Pfarrer! // Das liebe Gemeindeblatt vom // Febr. Habe ich heute erhalten u. sage // hiermit meinen herzlichsten // Dank. Habe jetzt wieder meine // alte Adresse (3. Batl. 10. Komp.) Bin // sonst immer gesund u. munter, // was bei der strengen Kälte über- // haupt viel Wert ist.

Bildpostkarte, 8. April 1917

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Die herzlichsten Oster= // grüße sendet aus // dem Feindesland // bei bestem Wohlsein // der lb. Heimatgemeinde // Inf. E. Kärcher

Feldpostbrief, 13. Mai 1917

Absendeort: Rumänisches Waldgebirge

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr Pfarrer! // das liebe Gemeinde- // blatt vom  April habe // ich erhalten u. danke // herzlichst dafür. // Leider stehen eben // jedesmal Verluste // von unseren treuen // Mitkämpfern drinnen. // Zu meinem Bedauern // muß ich auch lesen, // daß die Orgelprospekt- // pfeifen u. 2 von unseren // lieben Kirchenglocken, // welche schon so vieles // verkündet haben, auf // dem Altar des Vater- //landes geopfert wer- //den sollen. Wie schön // wäre es, wenn der Krieg // jetzt ein Ende hätte // oder nähme, damit // die Aufopferungen // auch eingestellt wer- // den könnten. Neues giebt es gerade // nichts bei uns. // Die Knospen der Buchen // beginnen jetzt, aufzu- // springen. Wenn der // Gegner nicht schießen // würde u. noch etwas // wärmer wäre, wäre // es ganz schön in dem // rum. Waldgebirge. // Mit der Nachricht, daß ich // noch gesund u. munter // bin grüße ich // Sie // sowie die Gemeinde // herzlichst // Inf. E. Kärcher // Habe nun auch das Bayr. Mil. Verd. // Kreuz 3. Kl. mit Schwertern erhalten.

 

Feldpostkarte, 12. Juni 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr // Pfarrer! // Herzlichsten Dank für erhaltenes // Gemeindeblatt u. die innigsten // Grüße bei besten Wohlsein // sendet Ihnen // Emil Kärcher

Feldpostkarte, 19. Juni 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr // Pfarrer! // Gemeindeblatt von Juni mit beste // Dank erhalten. Bis jetzt gehts noch // gut soweit. Sie werden auch // schon von der russ. Offensive // gelesen haben.---. // Es grüßt Sie sowie die ganze // Gemeinde herzlichst Ihr Emil Kärcher.

 

 

Feldpostkarte, 17. August 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Infanterist

 

Werter Herr // Pfarrer! // Sende Ihnen die herzlichsten // Grüße bei bestem Wohlsein. // Besten Dank für erhaltenes // Gemeindeblatt. Freut mich // jedesmal, so oft ich Nachrichten // von der l. alten Heimat erhalte. links am Rand: Nochmals unter vielen // Grüßen verbleibe ich // Ihr Inf. E. Kärcher

Feldpostkarte, 22. September 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Gefreiter

 

Werter Herr // Pfarrer! // Die herzlichsten Grüße u. besten // Dank für erh. Gemeinde- // blatt sendet Ihnen // Gefr. E. Kärcher.

Habe nun auch das Eiserne Kreuz // erhalten u. wurde zum Gefreiten // befördert. Sonst alles noch gesund.

Bildpostkarte SMS Emden 30. Oktober 1917

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Gefreiter

 

Werter Herr // Pfarrer! // Besten Dank für erhal- // tenes Gemeindeblatt // u. die herzlichsten Grüße // sendet der l. Heimat- // Gemeinde // Gefr. Emil Kärcher // B. R. I. R. 22. 10.

Feldpostkarte, 13. Dezember 1917

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Gefreiter

 

Werter Herr // Pfarrer! // Die herzlichsten Grüße sendet // wieder aus dem Felde // Gefr. E. Kärcher. // Bin seit gestern wieder bei meiner // Truppe noch am alten Platz. // Habe das Gemeindeblatt v. Okt. Nov. // erhalten, besten Dank dafür. // Nochmals Gruß E. Kärcher

Feldpostkarte, 16. Januar 1918

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Gefreiter

 

Werter Herr Pfarrer! // Herzlichsten Dank für erhaltenes // Gemeindeblatt. Bin wieder gut // bei meiner Truppe gelandet. // Bei bestem Wohlsein sendet // die besten Grüße // Gefr. E. Kärcher.

Bildpostkarte, 13. März 1918

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Gefreiter

 

Werter Herr Pfarrer! // Herzlichsten Dank für erhaltenes // Gemeindeblatt. Bin wieder gut // bei meiner Truppe gelandet. // Bei bestem Wohlsein sendet // die besten Grüße // Gefr. E. Kärcher.

Feldpostkarte, 10. Mai 1918

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Gefreiter

 

Werter Herr // Pfarrer! // Mit großer Freude u. herzlichstem // Dank erhielt ich gestern das sehn- // suchtsvolle Gemeindeblatt. Wünsche // der lieben, alten Heimat-Gemeinde bei // bestem Wohlsein aus weiter Ferne // ein herzliches Lebewohl u. grüße bestens Gefr. E. Kärcher

Feldpostkarte, 29. September 1918

Absendeort: Kaiserslautern

Truppenzugehörigkeit: Bayer. Res. Inf. Regt. 22 III. Bataillon 10. Komp.

Dienstgrad: Gefreiter

 

Geehrter Herr Pfarrer! // Für erhaltenes Gemeindeblatt // sage ich Ihnen meinen herzlichsten // Dank. Ihre Liebenswürdigkeit, welche // Sie an uns Soldaten beweisen ist // sehr groß u. freut mich sehr, daß ich nun // auch dieses Heimatsblatt erhalte. // Ich werde Ihnen in nächster Zeit auch // eine Photographie zukommen lassen, ehe ich ins // Feld komme.

 

Aktualisiert am: 04.10.2016

Kärcher, Otto

Quellenangabe

(*12.10.1883 in Adelberg)

Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 429

Kurzbiografie

Otto Kärcher von Schornbach war bereits im September 1914 als Gefreiter beim Landwehr- Regiment Nr. 119 im Elsaß (Vogesen) in der Nähe von Mülhausen im Einsatz. Am 09.10.1914 erhielt er die Silberne Verdienst-Medaille überreicht. Am 10.11.1914 wurde er zum Unteroffizier befördert. Im Januar 1917 erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse und anschließend war er bei verschiedenen Kommandos zum Bau von Unterständen im Bereich des Hartmannweiler Kopfes. Vor Weihnachten 1917 erfolgte die Beförderung zum Sergeanten. Im März 1918 wurde er zu einer Maschinengewehr-Lehr-kompanie abkommandiert.

Bildpostkarte von Mühlhausen/Elsass, 15. September 1914

Absendeort: Mühlausen

Truppenzugehörigkeit: Landwehr-Regiment Nr. 119, 5. Kompanie

Dienstgrad: Gefreiter

Werter Herr Pfarrer! // Ihren an Aug. Brecht ge= // richteten Brief habe ich soeben // mit ihm zusammen gelesen  u. freute // es uns sehr, derartige Worte aus // der Heimat zu bekommen. Als Schul= // kamerad u. alten Schornbacher freute // es mich um so mehr. Unsere // einzige Hoffnung ist, wie gesund wieder zu den // Seinen zu= rückfahren zu dürfen. Gefrt. Kärcher, 5. Comp. Landw.Reg.   119. // Viele herzl. Grüße // August Brecht { August Brecht, Schornbach, siehe Findbuch Nr. 346} // Auf Wiedersehen // Wo sind die übrigen // Schornbacher // Soldaten? // Wie ist deren Adresse? Wären sehr dank= bar.

Bildpostkarte von Sennheim, Thanner Tor, 1. Oktober 1914

Absendeort: Sennheim (1)

Truppenzugehörigkeit: Landwehr-Regiment Nr. 119, 5. Kompanie

Dienstgrad: Gefreiter

Werter H. Pfarrer! // Vielen herzl. Dank // für soeben erhaltenen // Brief. Gesund u. munter // bin ich noch durch Gottes // Beistand u. Hilfe. // Herzl. Grüße an alle Bekannte. // Gefrt. Kärcher, 5/L 119

Feldpostkarte, 16. Oktober 1914

Absendeort:  Sennheim

Truppenzugehörigkeit:  Landwehr-Regiment Nr. 119, 5. Kompanie

Dienstgrad: Gefreiter

Geehrter Herr Pfarrer! // Herzl. Dank für die mir // jeweils übersandten Zeitungen, // aus denen man manch tröstende // Worte vernimmt. // Gesund u. munter bin ich noch // u. hoffe dasselbe auch bei Ihrer w. Familie. // Am 9ten übergab mir unser König die // Silberne Militär-Verdienstmedaille für Tapferkeit // u.Treue. Herzl. Grüße Gefrt. Kärcher 5 / L 119

Feldpostkarte, 14. November 1914

Absendeort: Ochsenfeldhof { Ochsenfeldhof gehört zu elsässischen Gemeinde Oberaspach in der Nähe von Mülhausen und liegt am Fuße der Vogesen}

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Batail= lon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Sehr geehrter Herr Pfarrer. // Herzlichen Dank für die mir seither // so pünktlich u. aufmerksam zugesandten // Blätter, welche bei uns gegenwärtig gerne // gelesen werden infolge des unterhaltenden // Inhaltes derselben. Ebenso vielen Dank für // das übersandte Gemeindeblatt, aus dem // man erst eine Übersicht bekommt, wie viel // Männer u. junge Leute ins Feld gegangen sind. // Für fernere Zusendung dieser Zeitungen bin ich // sehr dankbar. Ich bin seit 10ten Unteroffizier // u. bitte dies // auf der Adresse // zu vermerken. // Herzl. Grüße Uoffz. Kärcher

Feldpostkarte, 28. November 1914

Absendeort: Sennheim

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Werter H. Pfarrer! // Empfangen Sie hiermit meinen aufrich // tigen herzl. Dank für das frdl. Geschenk, // das mich sehr freute u. mir mundete. // In der Zeitung las ich, daß Gottlob Layer{Gottlob Layer, Schornbach, geb. am 01.05.1877 siehe Findbuch Nr. 493 oder geb. am 21.12.1897 (keine Findbuchnummer) – eher Findbuch Nr. 493, da Gottlob Ruof 1879 geboren ist}   u. Ruoff{ Ruoff = Gottlob Ruof, geb. am 31.05.1879, Findbuch Nr. 535}// verwundet seien, was ich sehr bedaure. Hoffent= // lich erholen sie sich wieder. // Mir geht es immer noch gut u. bin Gott // dankbar dafür, // obwohl es mir schon // hie und da hätte // blühen können, wie // gestern wieder, wo // ganze Salven auf // uns hereinkamen, // sonderbar ohne jeden Schaden anzurichten. // Nochmals herzl. Dank u. viele Grüße auch // an Ihre w. Familie. // Uoffz. Kärcher 5 / L 119

Feldpostkarte, 22. Dezember 1914

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Geschrieben den 22 / 12.1914 // Geehrter Herr Pfarrer! // Besten Dank für die mir jeweils zu= // gesandten Zeitungen nebst Gemeindeblatt, // welche mich sehr freuten. Mit Interesse las // ich die schönen Erträge der Samm lungen für // die verschiedenen Kassen u. ist den Gebern // der Dank der Empfänger im Felde sicher. // Ich bin gottlob noch gesund, trotzdem wir in // den letzten 14 Tagen schwere Gefechte auszustehen // hatten bei Sennheim, was Sie wohl auch gehört haben werden. // Viele herzl. Grüße // u. fröhliche Weihnachten Ihr Otto Kärcher // Uoffz. 5/L119.

Feldpostkarte 14. Januar 1915

(2) Absendeort: Hirzbacher Wald (3)

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Geehrter Herr Pfarrer! // Besten Dank für die mir in letzter // Zeit so regelmäßig übersandten Blätter // „Durch Kampf zum Sieg“. Es geht mir // trotz den vielen heißen Gefechten um // Sennheim u. Steinbach{Steinbach ist eine elsässische Gemeinde westlich von Mülhausen}, vondenen Sie wohl // auch gelesen haben werden, noch gut u. hoffe // gleiches auch von Ihnen mit w. Familie. // Herzl. Grüße Ihr stets dankbarer Otto Kärcher

Feldpostkarte, 28. Januar 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit:13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Geehrter Herr Pfarrer! // Herzl. Dank für die mir wieder // übersandten Blätter. Es geht mir immer // noch gut u. hoffe gleiches auch von Ihnen mit // werter Familie. Die Grüße an Brecht{ vermutlich August Brecht, Schornbach, Findbuch Nr. 346)} u. Beutel{ Beutel = vermutlich Wilhelm Beuttel, Buhlbronn, geb. am 13.06.1886, da dieser bei der gleichen Einheit ist, nur 7. Kompanie}  werde ich gerne bestellen. Fr. Bürk{Fr. Bürk = Friedrich Bürk, Schornbach, Findbuch Nr. 358}, Carl Käser{ Karl Käser, Schornbach, Findbuch Nr. 432 oder 433 – vermutlich Findbuch Nr. 433, da am 13.02.1884 geboren und vom Alter besser paßt} , // E. Wörner{ Eugen Wörner, Schornbach, geb. am 09.07.1876, Findbuch Nr. 576}  u. Gottlob Müller{ Gottlob Müller, Schornbach, Findbuch Nr. 505 oder 506} sandten mir gestern eine // Karte von Brückenwache an der Aisne. Herzliche // Grüße u. nochmals besten Dank Ihr dankbarer // Otto Kärcher

Feldpostkarte, 7. März 1915

Absendeort:unkenntlich gemacht

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Geehrter Herr Pfarrer! // Für die mir regelmäßig zugesandten Blätter // danke Ihnen bestens. Es geht mir immer noch // ganz gut u. hoffe gleiches von Ihnen mit // w. Familie. W. Beutel, Buhlbronn{ Wilhelm Beuttel, Buhlbronn, Findbuch Nr. 340} ist in Stuttgart // bei Jacob Kurz{ Jakob Kurz, Schornbach, Findbuch Nr. 485}. Ich gab ihm Auftrag, Ihnen // beste Grüße auszurich= ten. Derselbe wird oder // kann Ihnen unsere ganzen Erlebnisse erzählen. // Er wird wohl auch zu Hause im Urlaub sein. // Nochmals besten Dank u. herzl. Grüße Ihr // stets dankbarer Otto Kärcher.

Feldpostkarte, 30. März 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Geehrter Herr Pfarrer! // Besten Dank für die Zusendung der Blätter // u. des Gemeindeblattes meiner alten Heimat. // Mit Interesse habe ich von den Arbeiten der // dortigen Jugend gelesen, aber auch mit Bedauern // von dem Heldentod der 2 Brüder Ernst u. Gottlob // Mül= ler{ Ernst und Gottlob Müller, Schornbach siehe Findbuch Nr.  503 und 505 oder 506}, die stets ruhig u. gemütlich sich zeigten. // Auch hat mich die Erzählung von H. Schultheiß // Zipperle sehr interessiert u. bin gespannt auf // die Fortsetzung. Wünsche noch friedliche Oster= // tage u. grüße Sie mit w. Familie bestens Ihr // dankbarer Otto Kärcher.

Feldpostkarte, 28. April 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Den 28./4.15. // Geehrter Herr Pfarrer! // Besten Dank für die Zusendung // der 2 Zeitungen. Mit aufrichtigem Bedauern // vernahm ich von dem Ab= leben von Herrn Haupt= // lehrer Münz, der mir u. meinen Eltern u. über= // haupt der ganzen Einwohnerschaft u. Umgegend // stets ein gut gesinnter Charakter war. Meine // Eltern u. Jakob Kurz{ Jakob Kurz, Schornbach siehe Findbuch-Nr. 485}haben mir auch davon Mit= // teilung gemacht. Es geht  mir noch gut u. hoffe, // daß es auch, so Gott will, bis zum Schluß bleibt. // Viele herzl. Grüße Ihr dankbarer Otto Kärcher

Feldpostkarte, 26. Mai 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

 

Geehrter Herr Pfarrer! // Vielen Dank für das mir wieder // übersandte Gemeindeblatt u. der 2 No. von // „Durch Kampf zum Sieg“. Ersteres enthält jedoch // statt der ersehnten Erzählung des Herrn Schultheiß // Zipperle leider die Begräbnisfeier des so früh // verstorbenen u. allgemein beliebten Herrn Hauptlehrers // Münz, dem auch ich ein dauerndes Andenken // bewahren werde. // Im übrigen geht es mir noch gut u. hoffe // gleiches auch von Ihnen mit w. Familie. // Herzl. Pfingstgrüße Ihr dank= barer // Uffz. Kärcher

Feldpostkarte, 28. Juni 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Geehrter Herr Pfarrer u. Familie! // Empfangen Sie meinen verbindlichsten Dank // für die mir so regelmäßig zugesandten Zeitungen // mit Gemeindeblatt. Mit größtem Bedauern lese // ich von dem weiteren schmerzlichen Verlust der Familie // Münz durch den Tod des so hoff= nungsvollen Sohnes // Johannes.{ Johannes Münz siehe Findbuch Nr. 512 ?} Kaum war er von der Beerdigung seines // Vaters wieder ins Feld zurückgekehrt, schon ist auch // er ein Opfer des Krieges wieder geworden. Großer // Schmerz lastet auf der guten Fa= milie Münz. // Mir geht es immer noch gut u. hoffe gleiches auch // von Ihnen mit werter Familie. // Beste Grüße Ihr dankbarer Otto Kärcher

Feldpostkarte, 3. August 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Geehrter Herr Pfarrer! // Herzlichen Dank für erhaltene // Zeitungen u. Gemeindeblatt, wie immer // interessante u. gekonnte Abschnitte enthalten. // Es geht mir immer noch gut u. hoffe // gleiches von Ihnen mit werter Familie. // Beste Grüße Ihr stets dankbarer // Otto Kärcher

Feldpostkarte, 5. September 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Werter Herr Pfarrer! // Meinen herzlichen Dank für die // Zusendung der Zeitungen mit Gemeinde= // blatt, das wieder mal so Interessantes ent= // hält, auch ist das Bild der Kirche gut ge= // troffen. Ihrem Wunsch, ein Bild zu bekommen, // werde ich gelegentlich nachkommen u. soll mir // dies eine besondere Freude machen. Mit den // besten Grüßen Ihr dankbarer Otto Kärcher

Feldpostkarte, 1. November 1915

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie, Armee-Abteilung Gaede

Dienstgrad: Unteroffizier

Den 1./11.15 // Werter Herr Pfarrer! Empfangen Sie herzl. // Dank für das mir zugesandte Gemeindeblatt // nebst 2 Nummern von „Durch Kampf zum Sieg„. Mit // großer Freude habe[ich] vernommen, daß Gottlob Layernun // wieder soweit hergestellt ist, ebenso daß bei verschiedenen // Verwunde= ten Besserung eingetreten ist. Andererseits // bedaure ich auch den Tod zweier braver Männer // (Herpfer{ Herpfer = nicht auffindbar im Findbuch und Eisernen Buch} u. Fischer{ Fischer = evtl. Findbuch Nr. 379}), wovon ersterer ein guter Bekannter // von mir war. // Von mir kann ich noch gutes berichten. Hoffe nur, daß // es so bleiben möge. Verbleibe mit den besten Grüßen // Ihr dankbarer // Otto Kärcher

Feldpostkarte, 5. Dezember 1915

Absendeort: Auf Wache

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Geehrter Herr Pfarrer! // Dankend gelangte ich wieder in den Besitz // der beiden No. 67 u. 68 von „Kampf zum Sieg“ und // des dortigen Gemeindeblattes, die mich sehr // freuten und interessierten.// In dem ich hoffe, daß Sie mit werter Familie // gesund u. munter sind, was ich von mir auch immer // noch sagen kann, wünsche ich Ihnen allen ein // fröhliches Weihnachtsfest u. grüße Sie bestens // Ihr stets dankbarer Otto Kärcher. // Auf frohes Wiedersehen

Feldpostkarte, 28. Dezember 1915

Absendeort: Auf Wache

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie, Arme-Abteilung Gaede

Dienstgrad: Unteroffizier

Werter Herr Pfarrer! // Empfangen Sie meinen herzl. Dank für // die mir in letzter Zeit regelmäßig zuge= // sandten Blätter mit der Weihnachts-Beilage. // Den Heiligen Abend, ebenso Weihnachten haben // wir dieses Jahr wieder auf Wache gefeiert, // wo wir uns ein Christbäumchen von 25 cm Höhe // zusammenrichteten; eine Blitzlicht-Aufnahme davon // werde[ich] Ihnen baldigst zukommen lassen. Wünsche // Ihnen mit w. Familie ein gesegnetes Neujahr // u. hoffe auf ein frohes Wiedersehen. Herzl. Grüße Ihr // dankbarer Otto Kärcher

Feldpostkarte, 28. Januar 1916

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie, Arme-Abteilung Gaede

Dienstgrad: Unteroffizier

Geehrter Herr Pfarrer! // Für die mir in letzter Zeit so regelmäßig zugesandten Nummern von // „Durch Kampf zum Sieg“ u. des dortigen // „Gemeindeblattes“ danke ich ihnen bestens // u. kann Ihnen ferner mitteilen, daß es mir // bis heute immer noch gut geht. Hoffen wir // nur, daß es auch fernerhin so bleibt. // Wünsche Ihnen mit w. Familie ebenfalls // gute Zeit u. grüße Sie bestens Ihr dank= // barer Otto Kärcher

Bildpostkarte von Sengern-Felsenbach, 23. Februar 1916

Absendeort: Sengern-Felsenbach (4)

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Geehrter Herr Pfarrer! Entschul= // digen Sie mein langes Still= // schweigen, allein es war … // Herzl. Dank für Zusendung // der Gemeindeblätter u. „Kampf durch Sieg“. // Es geht mir immer gut u. hoffe das= // selbe auch von Ihnen u. Ihren w. Ange= // hörigen. In Eile grüßt Sie bestens // Ihr dankbarer Otto Kärcher.

Feldpostkarte, 26. Juli 1916

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie, Armee-Abteilung Gaede

Dienstgrad: Unteroffizier

Werter Herr Pfarrer! // Danke vielmals für die in letzter // Zeit gesandten Blätter u. hoffe, daß es Ihnen // mit werter Familie immer gut geht, was bei // mir auch der Fall ist. War kürzlich in Ur= // laub, aber leider war die Zeit zu kurz, einen // Besuch bei Ihnen zu machen. // Seien Sie bestens gegrüßt von Ihrem // dankbaren Otto Kärcher

Feldpostkarte, 8. April 1916

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie, Armee-Abteilung Gaede

Dienstgrad: Unteroffizier

Den 8./4.16 // Werter Herr Pfarrer! // Vielen Dank für die mir in letzter Zeit // wieder zugesandten, unterhaltenden Blätter // u. Gemeindeblatt, aus welch letzterem ich mit // großem Bedauern den Tod des in kamerad= // schaftlichem Liebesdienst gefallenen Carl Möll{ Karl Möll, siehe Findbuch Nr. 499}// vernehmen. Es ist schade für diesen jungen // gestandenen Menschen. Was mich anbetrifft, so geht es mir immer noch gut, was ich auch von // Ihnen mit werter Familie hoffe. // Beste Grüße Ihr dankbarer Otto Kärcher

Feldpostkarte, 5. Juni 1916

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie, Armee-Abteilung Gaede

Dienstgrad: Unteroffizier

Den 5./6.16 // Werter Herr Pfarrer! // Besten Dank für die mir regelmäßig zuge= // sandten Blätter „Durch Kampf zum Sieg“ u. Ge= // meindeblatt, welch letzteres ich stets mit großem // Interesse lese. Vor einigen Tagen besuchte ich Pauline // Wörz in Mühlhausen{Mühlhausen im Elsass} geb. Aupperle bei der Mühle, die // sich recht freute, ebenso traf ich deren Bruder Gottlieb{ Gottlieb Aupperle, Schornbach siehe Findbuch Nr. 292} u. // gestern abend Christian Möss{ Christian Möss, Schornbach siehe Findbuch Nr. 500}, nach dem ich mich u. er // sich nach mir schon oft erkundigte. Es freute uns das // unverhoffte Zusammentreffen u. konnte man seine // alten Heimatgedanken austauschen. Mir geht // es immer noch

Feldpostkarte, 10. November 1916

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division, 2. Ersatzkompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Geschrieben den 10./11.1916 // Werter Herr Pfarrer! // Für die mir in letzter Zeit zugesandten // Zeitungen u. Gemeindeblätter danke ich Ihnen // herzlich u. kann Ihnen mitteilen, daß es mir // immer noch gut geht, was ich auch von Ihnen mit werter Familie hoffe u. wünsche nur, daß es // so bleiben möge. // Mit besten Grüßen verbleibe[ich] Ihr dankbarer // Otto Kärcher. // Weng von Weissbuch (1 / L 123) traf ich gestern auch.

Bildpostkarte „Kriegsbilder aus den Vogesen“, 7. Februar 1917

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division, 2. Ersatzkompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Werter Herr Pfarrer! // Habe das Gemeindeblatt erhalten // u. danke bestens dafür. Von Chr. Möss{ Chr. Möss = Christian Möß, siehe Findbuch Nr. 500} // habe[ich] bereits mündlich erfahren, daß // Gustav M. {Gustav M. = Gustav Möß, siehe Findbuch Nr. 502} vermißt ist. Hoffentlich ist // derselbe noch am Leben. Mir geht es // immer noch gut u. hoffe, daß dies so // bleibt. Wir haben ge= genwärtig ziemlich // kalt. Am 27./1. erhielt ich auch das Eiserne // Kreuz. Bitte auf obige Adresse genau zu be= // achten für die Folge. // Mit besten Grüßen an meine alte Heimat // Ihr dankbarer Otto Kärcher

Feldpostbrief, 9. Juli 1917

Absendeort: Berrweiler

Truppenzugehörigkeit: Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division, 2. Ersatzkompanie

Dienstgrad: Unteroffizier

Werter Herr Pfarrer! // Vor allem bitte gütigst um Entschuldigung, // daß ich in letzter Zeit fast nichts von mir hören // ließ, allein ich war auf verschiedenen Kommandos //  u. nur einige Tage, wo die Post mich sehr un= // regelmäßig traf, ebenso war es mit der // Absendung u. möchte mich mit diesen paar // Zeilen entschuldigen. Für die regelmäßige // Zusendung der Blätter u. des dortigen Gemeinde= // blattes danke ich Ihnen bestens, lese dieselben // stets mit großem Interesse, ob= wohl ich mir // von den neu eingezogenen Leuten manchmal // einige nicht mehr vorstellen kann. Bemerke // noch der Auszeichnung meines Bru= ders{ Bruder ist Emil Kärcher, Findbuch Nr. 428}, daß // ich auch das E.K. II seit Januar besitze neben // der Verd. Med., habe es s.Zt. jedenfalls übersehen zu // schreiben. Vor ca. 14 Tagen war ich auch mit Fritz // Bürk{ Fritz Bürk = Friedrich Bürk, siehe Findbuch Nr. 358} u. seinem Bruder August { August = August Bürk, siehe Findbuch Nr. 357} zusammen u. war // es das erstemal, daß wir uns im Felde be= // grüßen konnten, ob= wohl wir weit auseinander, allein man hat nicht immer Gelegenheit u. der // Hartm. K.4) ist so groß u. oft zu gefährlich in die // vorderen Stellungen zu kommen. // Wir haben so manche Jugend-Erinnerung // miteinander wieder besprochen u. darüber // gelacht u. hat dann August B. seine kalten // Witze dazu gemacht. Letzterer war ja in // Urlaub u. wird er wohl auch diese Gele= // genheit benützt haben, Ihnen einen Besuch // abzustatten. Werter Herr Pfarrer! Ich bin // hier mit einem Kommando von ca. 40 Mann // u. arbeiten mit den Pionieren (23te Ldw.) // Drahthindernisse, minieren, Unterstände bauen // etc., arbeiten 7 Stunden v. 6-1h mgs., müssen // 1 Stunde hin u. 1 Stde. zurück marschieren, außerdem 1 Stde. früher auf= stehen, macht zus. 10 Stunden // mit ½ Stunde Pause, da weiß man abends auch // was man gearbeitet hat. Dann haben wir // zu dieser Arbeit nun nicht gerade aus= // kömmliche Verpflegung bei einer Cölner Ldst.= // Comp, außerdem die knappe Brot- Ration // u. dann 8 Tage hintereinander zum Nachtessen // 1 Eßlöffel Marmelade zum Tee, da kommt // man nicht sehr weit, wenn man sich sonst nichts // zusetzen kann. Gegenwärtig kann man mit // dem Brot etwas eher auskommen, nachdem es // hier in dem zusammengeschossenen Ort noch // viel Kirschen u. jetzt auch die frühen Birnen // gibt. // Muß nun schließen, da solange ich diesen // Brief schrei= be, der Befehl kam, daß ich mit // meinem Kommando wieder an eine // andere Stelle komme. So geht es weiter, // kaum hat man sich irgendwo eingerichtet, // geht es wieder weiter. Das einzige bei // dem Feld-Rekruten-Depot ist, daß man // nachts seine Ruhe hat. Sonst ist es in vorderer // Linie besser, aber auch gefährlicher. // Mir geht es gesundheitlich immer noch // gut, hoffe gleiches von Ihnen mit // werter Familie u. daß es so bleiben // möge. // In dieser Hoffnung grüßt Sie // mit Ihren l. Angehörigen bestens // Ihr dankbarer // Uoffz. Otto Kärcher // 2. Comp. Feld-Rekr.-De= pot (26. LD / Feldpost 913)

Feldpostkarte, 21. August 1917

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie,

Dienstgrad: Unteroffizier

Werter Herr Pfarrer! // Teile Ihnen zur gefl. Kenntnisnahme mit, // daß ich seit heute wieder bei meiner früheren // Comp. bin u. mich wohl befinde. Habe das // Gemeindeblatt erhalten u. danke bestens // für frdl. Zusendung. // Mit besten Grüßen // Ihr dankbarer Otto Kärcher

Feldpostkarte, 11. Oktober 1917

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie,

Dienstgrad: Unteroffizier

Werter Herr Pfarrer! // Habe das dortige Gemeindeblatt u. // 3 No. von „Durch Kampf zum Sieg“ erhalten // u. solche mit Interesse gelesen u. sage Ihnen // besten Dank hierfür. Es geht mir   immer // gut u. hoffe gleiches von Ihnen mit Ihrer // werten Familie. Mit besten Grüßen // Ihr dankbarer Otto Kärcher

Feldpostkarte, 5. Januar 1918

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie,

Dienstgrad: Sergeant

Geehrter Herr Pfarrer! // Will auch wieder ein Lebenszeichen von mir // geben u. kann Ihnen mitteilen, daß es mir // immer ordentlich geht, obwohl wir durch den Schnee // u. die gegenwärtige Kälte auch manche kalte // Stunden haben bei Nacht, doch man hat auch wieder // seine angenehme freie Zeit. Kann Ihnen noch // mitteilen, daß ich vor Weihnachten zum Sergeanten // befördert wurde. Wünsche Ihnen nachträglich ein // glückliches, gesundes Neujahr u. grüße bestens Ihr // dankbarer Otto Kärcher.

Feldpostkarte, 11. Januar 1918

Absendeort:13. Armeekorps, 26. Division, Landwehr-Regiment Nr. 119, 2. Bataillon, 5. Kompanie,

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad: Seregant

Werter Herr Pfarrer! Habe heute wieder das // dortige Gemeindeblatt mit Beilagen erhalten u. daraus // vernommen, was Neues dort vorging u. wie schön // die Bescherung der dortigen Ju= gend veranstaltet // wurde; im übrigen bin ich immer auf dem Laufenden // mit meiner alten Heimat durch meinen Comp.Kameraden // Wilh. Beuttel, Buhlbronn{ Wilhelm Beuttel, Buhlbronn siehe Findbuch Nr. 340}, bei dem ich mich gegenwärtig abends // beim Nachtdienst aufwärme, wo wir Gelegenheit finden, // darüber zu sprechen. Mir geht es immer gut u. hoffe, daß es so bleiben möge. Mit dankbarem Gruß verbleibt //Ihr Otto Kärcher

Feldpostkarte, 14. Juli 1918

Absendeort:

Truppenzugehörigkeit: Maschinengewehr-Lehr-Kompanie

Dienstgrad: Segeant

Geehrter Herr Pfarrer! // Habe die dortigen Gemeindeblätter regelmäßig // erhalten, danke bestens dafür. Freue mich jedes= // mal, etwas von meiner früheren Heimat zu er= // fahren. Mir geht es immer gut. Bin seit März 18 // abkommandiert u. bitte Sie für die Folge umstehende // Adresse zu beachten. In den nächsten Tagen werdea) // Aug. Bürk besuchen, der in Ruhe kommt u. froh sein // wird, wieder vorne weg zu sein, denn am H. K.{ H.K. = Hartmannsweiler Kopf }ist // es gegenwärtig wieder ziemlich unruhig. // Beste Grüße // Otto Kärcher.

 

 

Aktualisiert am: 04.10.2016

Käser, Johann Friedrich

Quellenangabe

(*1.6.1892,+29.8.1914(1)

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 430

Kurzbiografie

Als Sohn des Gemeinderats J. Käser in Schornbach geboren, erlernte er nach der Konfirmation zunächst beim Vater das Zimmermannshandwerk. Nach der Lehre arbeitete er an verschiedenen Plätzen im Remstal und im Unterland. Hier beteiligte er sich 1910 an der Gründung des Turnvereins. Im Herbst 1913 kam er zu den Pionieren nach Ulm. Sofort bei Kriegsbeginn musste er einrücken. Am 20. August 1914 schreibt er noch aus Belgien, dass eine schwere Schlacht bevorstehe. Bereits am 29.August erlag er an einem Kopfschuss. Friedrich Käser war der erste Soldat aus Schornbach, der im Krieg fiel.

Leerer Umschlag an den Pionier Friedrich Käser, 2. September 1914

Absendeort: Schornbach

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 26. Inf.Div., 13. Pionier Bataillon, 1. Feldpionier-Kompagnie

Dienstgrad: Pionier

mit dem Vermerk : zurück

 

Aktualisiert am: 04.10.2016

Käser, Karl

Quellenangabe

(*13.2.1884)

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 390

Kurzbiografie

Karl Käser aus Schornbach wurde am 13.02.1884 geboren. Er arbeitete als Maurer, wurde bereits am 06.08.1914 in den Krieg eingezogen und am 30.11.1918 entlassen. Er erhielt die Silberne Militär-Verdienstmedaille und das Eiserne Kreuz II. Klasse{siehe Eisernes Buch der Gemeinde Schornbach}. Er war in Lothringen in den Argonnen im Einsatz. Im April 1915 lag er in Longuyon im Lazarett. Im Herbst 1917 kam Nachricht von einem Flughafen, wo er als Flieger bei der Flieger-Abteilung A 282 im Einsatz war.   

Feldpostkarte, 5. November 1914

Absendeort: Crandham

Truppenzugehörigkeit: 18. Batterie, 11. Infanterie-Division, Landwehr-Regiment Nr. 124, 2. Bataillon, 6. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer! // Ihr wertes Paket habe ich // erh.. Es war sehr angelegt, // besten Dank dafür. // Wir sind endlich von unseren // dreckigen Gräben auf einige // Tage erlöst worden u. // hier in Crandham bis auf // weiteres einquartiert. Besten Dank auch für die Blättchen, die Sie mir jede Woche zukommen // lassen. Hoffentlich wird // es mit Gottes Wille bald // eine Änderung geben. // Mit dankbarem Gruß // auf baldiges Wiedersehen // Landwehrmann Käser

Bildpostkarte von Longuyon, 28. Januar 1915

(1)

Absendeort: Varennes(2)

Truppenzugehörigkeit:16. Armeekorps, 2. Bataillon, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 124, 6. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer! // Ihre Blättchen erh., besten // Dank. Wir kamen wieder // von unserer Stellung // Servon – Cernay{Servon und Cernay sind französische Ortschaften in der Champagne bzw. den Argonnen}hierher // u. sende Ihnen die besten // Grüße vom Argonnerwald. // Wir sind immer in vorderster // Linie. Auf Wiedersehen ? Wehrmann Karl Käser // 6. Kompanie 2. Batl. L.I.R. 124 // Wir sind wieder dem 16. Armeekorps zugeteilt, // da unser 2. Batl. seither zum 18. Res.-Armee-Korps zugeteilt war.

Feldpostkarte, 28. Januar 1915

Absendeort: Apremont (3)

Truppenzugehörigkeit:5. Armee, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 124, 6. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer! // Darf Ihnen die freudige Mitteilung // machen, daß mir unser // Batail= lonskommandeur, Kommandant // von Vauquois{ Vauquois ist eine französische Gemeinde bei Varennes in den Argonnen, ca. 40 km westlich von Verdun}, die Silberne Tapferkeitsmedaille überreicht. // Vielleicht ist es mir mit Gottes // Hilfe vergönnt, es gesund in die // Heimat zu tragen. // Sende Ihnen die besten // Grüße // Karl Käser

Feldpostkarte, 27. April 1915

Absendeort: Longuyon

Truppenzugehörigkeit: 16. Armeekorps, 33. Division, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 124, 2. Bataillon, 6. Kompanie, z.Zt. Kloster-Lazarett Longuyon

Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer! // Leider muß ich Ihnen diesmal // vom Lazarett aus schreiben. // Aber es geht nicht auf´s schlimmste // u. hoffe, daß ich bald wieder // in die Front treten kann. // Man weiß ja gar nicht, wie // schön man es hat, wenn man // nach so langen Strapazen // einmal wieder in einem schönen // Saal auf Matratzen schlafen // darf. Doch habe ich Sehnsucht nach // mei=nen alten Kameraden, denen // ich so gerne auch einmal so // eine Ruhe gönnen möchte. Ich // kam hierher zur Erholung. Kann den gan= zen Tag spazieren // gehen u. mir die Gegend ansehen, // wo wir vori= ges Jahr im August // kämpften. Mit Gruß Karl Käser

Feldpostkarte, 30. Oktober 1917

Absendeort: Flughafen

Truppenzugehörigkeit: Flieger-Abteilung A 282

Dienstgrad:  Flieger

Geehrter Herr Pfarrer! // Danke Ihnen bestens für die Zu= // sendung der Blätter. Man freut sich immer, // wenn man wieder liest, wie es in der // Gemeinde zugeht. Habe heute das Eiserne // Kreuz erh.. Sonst geht es mir gut, // wenn bloß der Winter schon vorüber wäre, // man hat immer weniger Wärme im // Leibe. Doch wir hoffen immer das Beste. // Mit dankbarem Gruß // Flieger Karl Käser.

Aktualisiert am: 04.10.2016

Kaltschmid, Ernst

Quellenangabe

Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Pfarramt Schornbach Nr. 437

Kurzbiografie

Von Ernst Kaltschmid weiß man lediglich, dass er aus Schornbach war.

Feldpostkarte, 13. Juni 1916

Absenderort: Schützengraben

Truppenzugehörigkeit: 58. Inf.Div., Res.Inf.Regt.120, 3. Bat., 12. Komp.

Dienstgrad: Musketier

 

Werter Herr Pfarrer! // es ist mir heute die Gelegenheit ge= // boten Ihnen einmal Nachricht zu geben // wie es mir geht. Es ist schon beinahe // zwei Monate, daß ich über die Grenze // gefahren bin u. habe jeweils das // Glück gehabt gesund u. heil davon zu // kommen. Im allgemeinen ist ja die // Stellung ruhig, aber das Unglück kann // jeden auch in einer ruhigen Stellung // treffen. Ich habe Ihre werten Zeitungen // alle erhalten u. danke bestens denn // sie gewähren bei uns großen Nutzen. // Wir hoffen, daß nach ehrenvollem // Frieden, alle die noch leben froh u. //  gesund nach der Heimat zurückkehren // u. die Gemeinde ini gleichem Maße // fortblüht wie vor dem Krieg. Viele // Grüße sendet Ernst Kaltschmid

Schmuckkarte „Hoch Heer und Volk // Hoch Kaiser und Reich“

Absenderort: -

Truppenzugehörigkeit: 58. Inf.Div., Res.Inf.Regt.120, 3. Bat., 12. Komp.

Dienstgrad: Musketier

 

 

Geehrter Herr Pfarrer!! // Freundliche Grüße sende ich Ihnen // heute, doch herzlichen Gruß zuvor. // Ich hätte schon längstens gerne ge= // schrieben, doch war leider immer // die Zeit zu kurz. Wir waren vom // 10.9.16 – 24.9.16 an der Somme u. haben // das Glück gehabt gesund u. heil // davon zu kommen, wohl viele meiner // Kameraden haben dort ihr Grab // gefunden u. wir, das ist gerade= // zu unbeschreiblich. Nun sind wir // in Flandern wo es etwas ruhiger // ist. Indessen will ich schließen mit // vielen Grüßen u. hoffe auf baldiges // „Wiedersehen“ Musk. Ernst Kaltschmid // Für die Zeitungen u. für Ihre Mühe danke ich Ihnen // bestens

Aktualisiert am: 04.10.2016

Kaltschmid, Wilhelm

Quellenangabe

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 442

Kurzbiografie

Wilhelm Kaltschmid war Bauer in Schornbach. Er wurde am 6. August 1814 als Reservist in den Krieg eingezogen und am 14. Oktober 1918 entlassen. Er erhielt einen Lungenschuss und einen Schuss in den rechten Oberarm. Bei Bezelaire (Belgien) wurde er verwundet, war dann im Lazarett in Halle, kehrte zwar nach acht Monaten in die Heimat zurück, nicht mehr voll arbeitsfähig.{Gdebl. 11/14; 12/14; 7/15}

Kurzbiographie

 

Konnte nicht ermittelt werden.

Feldpostkarte, 28. November 1914

Absendeort: Halle an der Saale, Reservelazarett Weidenplan

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Das Mitglied Ihrer Gemeinde // Wilhelm Kaltschmied // (Ers.Res., Res.Inf.Reg. 248, 11. Komp.) // liegt hier als Verwundeter. Er wird sich freuen, von seinem Ortspfarrer // einen Gruß und Lesestoff aus seiner Heimat (Sonntagsblatt, Zeitung usw.) // zu erhalten.// Stempel:  Reserve-Lazarett // Weidenplan, Halle a.S.// gez. Winterberg, // Lazarettseelsorger

Feldpostkarte, 20. Februar 1915

Absendeort: Halle an der Saale

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Für die Blättchen danke // ich Ihnen Geehrter Herr Pfarrer! // Endlich muß ich Ihnen auch // einige Zeilen schreiben. // Für den beigelegten // Brief sage ich meinen besten // Dank. Es geht mir soweit // gut. Nur wird es noch lange // anstehn, bis ich fort komme. // Am Donnerstag wurde wieder // Blut von mir genommen und // untersucht. Ich trage alles // mit Geduld. Inzwischen grüßt // Sie herzlich auf Wiedersehen // W. Kaltschmid

Feldpostkarte, 5. April 1915

Absendeort: Halle an der Saale, Reservelazarett Weidenplan

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Geehrter Herr Pfarrer! // Hier sende ich Ihnen eine // Karte, um auch ein= // mal ein Lebenszeichen // von mir wieder zu hören. // Es geht mir gottlob so= // weit gut, ich hatte 3mal // jetzt Ausgang. Wenn ich // in ein Erholungsheim // komme, weiß ich noch nicht // Am Karfreitag bekamen // wir das Heilige Abend= // mahl hier. Zur Zeit sind // nicht viel Verwundete // hier. Mit Gruß W. Kaltschmid

Feldpostkarte, 9. April 1915

Absendeort: Schierke im Harz, Lazarett Tannenheim

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Sehr geehrter Herr Pfarrer! // Theile Ihnen mit, daß ich jetzt hier bin, // es geht mir soweit gut. Hier giebt es // noch Schnee und Eis. Meine Adr. ist // Ersatz Reservist Wilhelm Kaltschmid // Lazarett Tannenheim Schierke im // Harz. Mit herzlichem Gruß W. Kaltschmid

 

Feldpostkarte, 29. April 1915

Absendeort: Schierke im Harz, Lazarett Tannenheim

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Geehrter Herr Pfarrer!// Sende Ihnen hier eine // Karte. Es geht mir soweit // gut habe auch besser Appetit // als in Halle. Die Kost ist hier // außerordentlich gut. Haben // seit einiger Zeit schönes Wetter.// Ausgehen kann ich, wann ich will.// Es tut mir leid um Herrn // Hauptlehrer Münz, daß er so // schnell gestorben ist. Wir ver= // lieren in ihm ein treues // und arbeitssames, dem kei=// ne Arbeit zu viel war, Glied unsere Gemeinde! Ich kann // Ihn nicht hoch genug schätzen, // solang Herr Münz hier ist.// Mit Gruß auf Wiedersehen. W.

Feldpostkarte, 18. Mai 1915

Absendeort: Schierke im Harz, Lazarett Tannenheim

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Geehrter Herr Pfarrer! // Sende Ihnen hier eine // Karte. Es geht mir soweit // gut. Diesen oder nächsten // Monat komme ich vielleicht // in Urlaub, wenn ich fort // darf. Heute machen wir // einen Ausflug auf den // Brocken 1142 m hoch schon um 2 Uhr morgens brachen // wir auf, sahen aber nichts // vor lauter Wolken und // Nebel. Vom 20. Fährt die // Bahn wieder dorthin. Gruß // W.K.

Feldpostkarte, 22. Juni 1915

Absendeort: Schierke im Harz

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Geehrter Herr Pfarrer! // Endlich komme ich dazu Ihnen // auch einmal wieder zu schreiben. // Mir geht’s soweit gut. Was ich auch // von Ihnen hoffe. Nächste Woche // // werde ich von hier fortkommen // zum Ersatzbataillon nach Zuffen= // hausen bei Stuttgart. Von // dort  erwarte ich Urlaub. Vorige Woche hatten wir ein // heftiges Gewitter mit starkem // Hagel verbunden. Es hat 5 bis 6 // Wochen vorher nicht geregnet, // Das Gras ist ganz ausgedört. Das war ein harter Schlag für // mich als ich Nachricht erhielt, daß // Fritz Kurz und Johannes Münz gefallen seien.

Feldpostkarte, 5. Juni 1916

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Geehrter Herr Pfarrer!  // Die Blätter habe ich erhalten. // Besten Dank dafür. Es // geht mir noch gut und // bin gesund. Habe auch // schon die anderen Kamm= //raden von Schornbach // und Umgebung besucht. // Das Gedreite ist hier zum // Teil schön. Mit Gruß auf // baldiges Wiedersehen. // W. K.

Feldpostkarte, 3. Juli 1916

Absendeort: -

Truppenzugehörigkeit: 27. Armeekorps, 54. Division, Res.Inf.Reg. 248, 3.Bat., 11. Komp.

Dienstgrad: Ersatzreservist

Geehrter Herr Pfarrer! // Die Blätter habe ich er= // halten wofür ich bestens // danke. Geht mir noch gut // was ich auch von Ihnen u. // Ihren Angehörigen hoffe. Das // Wetter ist wieder besser. // Das Heuen ist hier noch // nicht beendet . Es grüßt // Euch Allerherzlichst W. K.

Bildpostkarte, 3. November 1916

Absendeort: Stuttgart (!), Reservelazarett

Truppenzugehörigkeit: -

Dienstgrad: Ersatzreservist

Geehrter Herr Pfarrer! // Besten Dank für die // Blätter. Habe sie schon // oft vermißt. Es geht mir // soweit gut. Was // ich auch von Ihnen und // Familie auch hoffe. Mit // freundlichem  Gruß auf // baldiges Wiedersehen. W.

 

Feldpostbrief, 19. November 1917

Absendeort:  Bayerisches Kriegslazarett, Station Schloß, Winidschgrätz

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad:

Geehrter Herr Pfarrer! // Endlich komm ich dazu, Ihnen auch einige Zeilen // zu schreiben. Daß ich hier im Lazarett bin, werden // Sie schon von meinen Lieben erfahren haben, // es geht mir soweit ordentlich wieder, einmal // ist es besser, dann wieder schlechter. Die Kost // und Behandlung laßt viel zu wünschen übrig, // als ich hieher kam, war noch gar nichts eingerichtet. // Das Schloß gehört einem Fürsten, umgeben von // einem schönen See, aber sonst sieht man nur // die hohen Schneeberge. Die Bahn Verbindung ist // auch sehr schlecht in Österreich, meistens nur Schmal= // spur, überhaupt im Ganzen ist es in // Österreich schlecht, in Italien ist es besser gewesen. // Der Vormarsch war sehr anstrengend für uns, fast // nichts zu essen und zu trinken, brachen oft fast zusammen, dann die schlechten Wege und über die hohen // Berge und Pässe, wo man nur Mann hinter Mann gehen konnte, stiegen oft über 1200 Meter hinauf. // Die Italiener wichen oft fluchtartig aus, da kam man in 5 Tagen über 100 Kilometer vor,// wir machten nicht weit von Udine 800 Gefangene, zusammengeschossen wurde gerade // nicht viel, Artilleriefeuer bekam man fast keins, nur einzelne Schüsse , so wurde fast alles //mit geringen Verlusten genommen. In Italien fanden wir zu essen und zu trinken; über= // haupt Wein, roten und weißen, konnte ihn aber nicht gut vertragen, bekam gleich Durchfall und spürte es // gleich im Magen und im Darm. Als die Gefangenen weggebracht wurden, kam ich mit, weil // ich fast wunde Füße hatte und sagte es zu meinem Leutnant. 3 Tage hatten wir zu marschieren // fast ohne was zu essen, von der Komp. bekamen wir nichts mit, auch die Gefangenen hatten Hunger und baten uns um Brot, als wir sie am 3.Tag ablieferten, meldete ich mich dann krank.// Werden wohl bald wegkommen, wohin weiß ich nicht, weiß auch nicht ganz genau wo mein Ross ist, es // soll nach Südtirol gekommen sein. Unsere Fahrt von Kirchheim aus, am 17. Sept. abends 10. Uhr gings // weg, über Ludwigsburg, Bietigheim, dort wurden wir verpflegt, dann über Karlsruhe, Bruchsal // Straßburg, Zabern, von dort zu Fuß Mauersmünster, dann Reinhardsmünster, dort wurden // wir den Komp,. zugeteilt, von dort ins Quartier nach St. Gallen (?), dort gab es viele Nüsse und // Zwetschgen. Am 27. gings weg, wieder die alte Strecke über Plochingen, Ulm, Augsburg, München, Salz= // burg durch Kärnten, Steiermark, dort sah man ganz schlechte Gegenden, viele Sümpfe, Moore.// Dann gings nach St. Johann, St. Veit nach Maria Saal,// dort ausgeladen, 16 Kilometer wieder zu Fuß über // Klagenfurt nach Grafenstein, Krainburg, Eisen= // kappel, Bischoflack,  Kirchheim, St. Aluzia,(?) und // Tolmein, Kirchenfraint (?) Schippedale Cividale nach // Udine. Udine ist eine Festung. Über die Flüsse // sollen viele ertrunken sein. Dieses Jahr wird // der Krieg noch nicht zu Ende gehen, aber das nächste // Jahr denke ich und mit Gottes Hilfe, muss immer // von Tag zu Tag unserem Gott danken, daß ich immer // unversehrt davon gekommen bin. Ich nehme den //  Tag hin, mag kommen was will, da kommt man immer // durch, wenn man sich und seine Hoffnung auf // den Herrn setzt. Hab mich schon oft danach ge= // sehnt, auch einmal einem Gottesdienst beizu= // wohnen, hier ist alles katholisch überhaupt ganze Gegenden // Muß heute und jeden Sonntag daran denken wenn // es Zeit ist, in die Kirche zu gehen.//  Hoffentlich darf ich wieder heimkehren, zu meinen // Lieben, daß wir wieder miteinander zur Kirche // gehen können. Wie wird es oft meiner Mutter sein! //

 [die folgenden Sätze stehen am Rand des Briefes, verstreut über die Seiten] Lese immer in meinem Gebetbüchlein, dann fallen mir noch die anderen schönen Sprüche und Lieder // ein, mir ist es um meine Seele zu tun, bitte immer Gott, daß er mir doch möge meine Sünden // vergeben, daß ich einst wenn mein Stündlein naht, ruhig eingehen kann zur ewigen Ruhe. // Nun wie geht es Ihnen und Eurer Familie, hoffentlich gut, wenn ich was etwas // zum Lesen bekommen kann, // wäre ich Ihnen dankbar, wie sieht es sonst in // Schornbach und Buhlbronn, Mannshaupten aus. // Nun // will ich schließen mit den herzlichsten Grüßen // auf baldiges Wiedersehen, so Gott will in der Heimat  W. K.//

 Schreibe dann später wieder wo ich bin

 

Aktualisiert am: 04.10.2016

Käser, Wilhelm

Quellenangabe

(*8.7.1885)

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 434

Kurzbiografie

Wilhelm Käser stammte aus Schornbach und war Maler von Beruf. Er wurde am 4.8.1914 als Gefreiter der Landwehr in den Kriegsdienst eingezogen. Er erlitt Verwundungen am linken Oberschenkel und am linken Arm. Er erhielt die SVM und das EK II.

Bildpostkarte von Ulm, 18. Januar 1915

Absendeort: Ulm

Truppenzugehörigkeit: 6. Artillerie Munitionskolonne, 25. Res.Div., 64. Batterie, Beskidenkorps

Dienstgrad: Gefreiter

Geerter Herr Pfarrer! // Aus dem Lazarett Ulm // teile ich mit, daß bei mir // soweit jetzt wieder gut // geht, jedoch langsam, // Erlaube mir deshalb Ihnen // die besten Grüße zu senden // Gefreiter Käser Lazarett Wagnerschule

Leerer Umschlag, 18. Februar 1915

(1)

Absendeort: Ulm

Truppenzugehörigkeit: z. Ersatz Abtl. Feldart. Reg.13.

Dienstgrad: nicht benannt

Feldpostkarte, 14. März 1915

Absendeort: Maliny

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 6. Artillerie Munitionskolonne

Dienstgrad: Gefreiter

Sende u. erlaube mir Ihnen // von hier Grüße u. mein // Wolergehn zu senden.// Käser Wilhelm

Bildpostkarte von Lemberg, ohne Datum

Absendeort: Lemberg

Truppenzugehörigkeit:

Dienstgrad: Gefreier

Ihnen zum Gruße // einiges von Lembergs Ansicht//frdl. Gruß // Wilh. K.

Feldpostkarte, ohne Datum

Absendeort: -nicht benannt

Truppenzugehörigkeit:25. Res.Div., Deutsches Beskidenkorps

Dienstgrad: nicht benannt

Mit bestem Dank // und Grüßen erhalten, jedoch // muß ich sehr bedauern // daß mein guter fr. Lehrer // u. seitheriger Dirigent // Herr Münz gestorben ist // mein Beileid der ganzen // Familie in schwerer Zeit // Meine Adresse von // morgen ab anders // den Namen weiß ich // noch nicht, vorerst nicht // mehr die Zeitung senden, // jedoch aufheben mit der // Bitte, nach Adressenangabe // wieder zu senden.//Gr. Wilh. Käser

Feldpostkarte, 7. April 1915

Absendeort:  vermutlich Ungarn

Truppenzugehörigkeit:25. Res.Div., Deutsches Beskidenkorps

Dienstgrad:

Geehrter Herr Pfarrer! // Meinen besten Dank für // Ihren Ostergrus sendet  Gefr. Käser // 25. Reservedivision aus den // Karpathen wo unser Regt. großen // Ruhm erlangte, wir hatten vor= // gestern 10 000 Gefangene gemacht. // Weiteres folgt. Gruß Wilh. Käser

Leerer Umschlag, 13.8.1915

(2)

Absendeort:  Schorndorf

Truppenzugehörigkeit:25. Res.Div., Deutsches Beskidenkorps

Dienstgrad: nicht benannt

Bildpostkarte von Armentière, 13.Februar 1916

Absendeort:  Frankreich

Truppenzugehörigkeit:2. Württb.Landwehrfeldartillerie Rgt. Nr.2

Dienstgrad: Gefreiter

Möchte auch einmal wieder // aus Frankreichs Schlachtfelde // meiner Heimat, sowie // Ihnen einen Gruß zu= // kommen lassen.// Gruß Wilh. Käser

 

Leerer Umschlag, 18.2.1916

(3)

Absendeort:  Schorndorf

Truppenzugehörigkeit : nicht benannt

Dienstgrad: nicht benannt

Aktualisiert am: 04.10.2016

Klotz, Johann Albert

Quellenangabe

(*26.3.1892, + 30.12.1914)

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 446

Kurzbiografie

Albert Klotz von Buhlbronn wurde am 26.3.1892 in Buhlbronn als Sohn des Johann Gottlieb Klotz und seine Ehefrau Karoline geborene Beutel geboren.Drei Geschwister aus der ersten Ehe des Vaters, drei Geschwister aus der ersten Ehe der Mutter. Der Vater starb, als Albert 10 Jahre alt war. Im Frühjahr 1906 kam er in eine Metzgerei nach Heidenheim, kehrte aber noch einem ¾ Jahr wieder zurück und suchte seinen Verdienst in Schorndorf bei der Firma Arnold, dann in der Ziegelei. Später war er in Buhlbronn Knecht. Es folgten Tätigkeiten bei einem Gärtner in Stuttgart und bei einem Metzger in Mannheim. Hier war er, bis der Krieg begann. Am 28. August 1914 musste er in Mannheim einrücken. Seine Familie sah er vorher nicht mehr. Am 13. September teilt er per Feldpost mit, dass er auf den Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn verbracht worden sei. Schon am 11. Oktober ist er in Barmen auf dem Weg zum westlichen Kriegsschauplatz. Am 14. Oktober ist er in Belgien angelangt. Am 25. Oktober schreibt er von vielen Gefechten und ungeheuren Verlusten, die seine 4. Kompanie erlitten habe. Ab und zu kommen auch im November und Dezember Nachrichten nach Hause. Am 25. Dezember haben er und seine Kompanie Weihnachten gefeiert in Staden, etwa 20 km nördlich von Ypern. Noch am 28. Dezember schreibt er eine Karte an Pfarrer Pressel. Dann teilt sein Feldwebel mit, dass Albert am 30.Dzember 1914 gefallen sei. Ein Schuss in die Schläfe setzte seinem Leben ein Ende. Er wurde im Schützengraben beerdigt.

Feldpostkarte, 24. November 1914

Absendeort: Moßleiden (?)

Truppenzugehörigkeit: Res.Inf.Regt.Nr.239: 8. Komp. 26. Res.Armk. 52 Res.Divis.

Dienstgrad: Musketier

Sehr Geehrter Herr Pfarrer! // Ich will Ihnen auch gleich eine Nachricht // mitteilen daß ich gesund und Munter bin // u. mache den besten Dank für diese // Zeitung wo Sie mir geschickt haben.// Gestern ist bei uns der erste Schnee // gefallen u. ist wirklich sehr kalt // in den Schützengräben aber hoffentlich // wird es besser werden, daß wir // gesund wieder nach Hause kommen. // Also meine Adresse ist Musk. Klotz // Res.Inf.Regt.Nr.239: 8. Komp. // 26. Res.Armk. 52 Res.Divis. Also viele // Grüße sendet Albert Klotz. Belgien

Feldpostkarte, 28. Dezember 1914

Absendeort: Ned… (?)

Truppenzugehörigkeit:  nicht benannt

Dienstgrad: nicht benannt

Geehrter Herr  Pfarrer! // Indem Sie mir immer die Gemeindeblättchen schicken // will ich mich bestens bedanken. Es freut mich daß ich // immer wieder ein so Blättchen lesen kann. Ich wünsche // Ihnen auch fröhliche Weinachten u. Neujahr. Wir // haben auch im Felde Weihnachten gefeuert wie zu // Hause, blos daß wir auch die Gedanken zu Hause // haben. Ich will jetzt schließen mit vielen Grüßen //  es grüßt Sie: Hochachtungsvoll Albert Klotz

Leerer Umschlag, Schorndorf 29.12.1914

(1)

Aktualisiert am: 04.10.2016

Knappenberger, August

Quellenangabe

(*1.8.1883)

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 454

Kurzbiografie

August Knappenberger wurde am 01.08.1883 geboren und war als Arbeiter tätig. Eingerückt ist er am 05.08.1914. Die Entlassung erfolgte am 23.11.1918 (1). Er war von 1914 an als Landwehrmann in der Küche des Gefangenen-Lagers „Gänswiese“ in Ulm tätig. Ab Herbst 1917 wurde er als Telegrafist bei der Württembergischen Nachrichten-Er satz-Einheit Nr. 13, 7. Korporalschaft in Ulm, Rekruten-Depot ausgebildet.

Feldpostbrief, 14. September 1914

Absendeort: Ulm

Truppenzugehörigkeit: Gefangenen-Depot Gänswiese Ulm, Küche
Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer! // Nun komme ich einmal dazu, Ihnen // Nachricht zu geben, denn ich Ihren lieben Brief // erhalten habe u. Hernach das schöne Kriegs= // betbüchlein, welches mich sehr freute. Ich mache // hiermit meinen besten Dank bei Ihnen. // Freute ich sehr, dass Sie auch an mich denken, // g. Herr Pfarrer. Ich möchte Ihnen auch mitteilen, // dass es mir Gott sei Dank gut geht u. wünsche, // dass es Ihnen u. Ihrer ganzen Familie auch // gut geht. // G. Herr Pfarrer! Ich möchte Ihnen auch noch // mitteilen, daß ich in die Franzosen=// küche abkommandiert worden bin // und muß jetzt für gefangene Franzosen // kochen. Wir sind nur 3 deutsche Köche und // ein Franzose muss mithelfen, welche // für 1600 Mann kochen müssen, da gibt // es natürlich viel zu arbeiten, auch muss // ich viel Schlaf Verbrechen. Ich versehe den // Dienst, welcher mir auferlegt ist, mit // Freuden. Ich nahme an, dass es meine // Kriegskameraden im Felde noch strenger // haben wie ich, welche keinen Augenblick // sicher sind, wenn sie tot oder verwundet // sind. Wie ich ja schon erfahren habe // sind auch von Schornbach schon ver= // wundet u. gefallen. Ich nehme sehr // Anteil an Ihnen. // Geehrter Herr Pfarrer! // Ich bin mitten unter den Franzosen, solche welche deutsch sprechen können, // verkehren immer mit mir. Sie sagen, // sie seien so unschuldig als wir. Wenn // nur der Krieg bald ein Ende nehmen // würde, dass sie wieder nach Hause // dürfen. Die Gefangenen haben es gerade // nicht schlecht bei uns. Gott möge es // unseren deutschen Gefangenen vergelten. // So viel mir die Franzosen gesagt // haben, sollen die deutschen Gefang= // enen wirklich in Frankreich Wein // lesen. Es gebe sehr viel Wein dieses // Jahr bei Ihnen, so dass sie die // Gefangenen sehr notwendig zum // Weinlesen brauchen können, weil // bei Ihnen fast gar niemand mehr // zu Hause sei. Die Franzosen sagen // auch, dass sie viel mehr Tote haben, // als die Deutschen. Im ganzen // genommen seien die deutschen Soldaten // viel besser ausgebildet u. die Führung // sei viel besser als bei Ihnen. Sie sagen // auch, dass sie sehr betrogen worden // seien von ihren Vorgesetzten, haben // Ihnen vorgemacht, sie wollen dieses= // mal in Berlin Einzug halten, // aber unser höchster Kriegsführer // hat es Ihnen nicht zugehen lassen. // Gott mit uns. Jetzt will ich mein Schreiben // schließen. Es grüßt Sie freundlichst Landwehrmann A. Knappenberger b. Gefangenen-Depot Gänswiese Ulm, // Küche.

Feldpostkarte, 28. Januar 1915

Absendeort: Ulm

Truppenzugehörigkeit: Gefangenen-Depot Gänswiese Ulm, Küche
Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer! // Das Gemeindeblatt sowie die // Blättchen „Durch Kampf zum Sieg“ // habe ich seither erhalten, wofür ich // Ihnen bestens danke. // Wie mir meine Frau mitteilt, habe // ich von Ihnen zu Weihnachten zwei // schöne Bücher bekommen, was mich // recht freut. Herzlichen Dank dafür. // Ferner kann ich Ihnen noch mitteilen, // dass es mir Gott sei Dank soweit gut // geht. Zu arbeiten habe ich sehr viel, wir // haben für zirka 3000 Mann zu kochen, // zwar täglich 4 mal, seit dass die Cholera // bei den Russen ausgebrochen ist. Das Schreiben // war uns verboten, was jetzt erlaubt ist, // aber das Lager dürfen wir immer noch nicht // verlassen, somit sind wir auch ein wenig in der // Gefangenschaft. Es grüßt Sie herzlich A. K.

Feldpostkarte, 1. Juli 1915

Absendeort: Ulm

Truppenzugehörigkeit: Gefangenen-Depot Gänswiese-Süd Ulm, Küche
Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer Pressel! // Möchte Ihnen freundlichst mitteilen, daß ich das Gemeindeblatt sowie // die Blättchen „Durch Kampf zum // Sieg“ immer erhalte, ich mache hierfür // meinen herzlichsten Dank. // Ich freue mich jedesmal, wenn ich // ein Blättlein bekomme, indem sie // sehr reichhaltend sind u. ich sehr wenig // die Gelegenheit habe, in die Kirche // zu kommen. Ferner kann ich Ihnen // noch mitteilen, daß ich wirklich einen // strengen Dienst habe. Wir haben ziemlich // Zuwachs bekommen u. muß die meisten Tage // schon um 2 Uhr morgens anfangen, // weil sie schon um 5 Uhr das Essen bekommen. // Das Mittagessen muß um 9 Uhr fertig sein. // Sodann müssen wir es auf die Arbeitsplätze // führen u. zwar nach Haßlach { Haßlach = Haslach (ca. 6 km nordöstlich von Ulm), heute Ortsteil von Jungingen}, Jungingen {Jungingen ist der nördlichste Stadtteil von Ulm}, Lehr{ Lehr ist ein Stadtteil von Ulm und liegt ca. 3 km nördlich der Innenstadt}, Esels= // berg4) u. Lerchenfeld{Lerchenfeld ist ein Gebiet der Stadt Ulm bei Dornstadt}. Gott sei Dank, daß ich den Dienst // machen kann. Indessen grüßt Sie herzlich A. K.

Feldpostkarte, 24. Februar 1916

Absendeort: Ulm

Truppenzugehörigkeit: Gefangenen-Depot Gänswiese Ulm, Küche
Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer Pressel! // Für die immer erhaltende Blättchen, // welche mich stets erfreuen, mache //  ich auf diese Weise meinen herzlichsten // Dank. Ferner kann ich Ihnen // berichten, daß es mir gut geht, wohl // habe ich immer viel Dienst. // Wir haben viele Serben bekommen. // Die Leute sind sehr abgemagert u. // schlecht gekleidet. Meistens kommen sie // ohne Schuhzeug daher, dafür haben sie // alle Farben von Lumpen um die // Füße gewickelt. Nun müssen sie zu= // erst gut gereinigt werden, sodann in // bessere Kleidung gesteckt. Speziell haben // sie auch recht Hunger. Wenn sie wieder // auf besseren Füßen stehen, müssen sie // auf verschiedene Arbeit gehen. // Nun wünsche ich Ihnen sowie Ihrer lieben // Familie ein gesundes Wohlergehen. // Mit herzlichem Gruß Aug. Knappenberger.

Feldpostbrief, 9. April 1916

Absendeort: Ulm

Truppenzugehörigkeit: Gefangenen-Depot Gänswiese Ulm, Küche
Dienstgrad: Landwehrmann

Geehrter Herr Pfarrer! // Ich fühle mich veranlaßt, Ihnen einige // Zeilen zukommen zu lassen. // Als ich im Urlaub war hätte ich gerne // noch mit Ihnen gesprochen, aber es hat // mir die Zeit nicht mehr erlaubt, wegen // der Arbeit u. meine Frau ist zu geniert, // ihre Angelegenheit Herrn Pfarrer // selbst vorzutragen. // Denn meine Frau ist schon bald zwei // Jahr kränklich u. seither noch nicht besser // geworden, im Gegenteil bedeutend schlechter, // deshalb kann sie ihrem Beruf nicht mehr // so nachgehen als sie früher konnte. // Es läßt sich ja denken, neben // zwei kleineren Kindern das Haushaltungsgeschäft // versehen u. dazu noch nähen, das ist doch // zuviel verlangt von einer kränklichen // Frau. Sie klagte mir öfters, daß sie so // gerne arbeiten würde u. könne fast nicht // vor Schwäche. Ich gab ihr den Auftrag in // ärztliche Behandlung zu gehen, was sie // auch machte. Der Arzt stellte fest, daß // sie magen- u. herzkrank sei u. zugleich // sehr blutarm. Die Behandlung kann // längere Zeit dauern u. kostet natürlich // viel Geld u. ich bin nicht dazu bemittelt // noch in der Lage, es wirklich aufzubringen. // Die Unterstützung wo sie bekommt, braucht // sie notwendig in die Haushaltung, // in dem sie auch wissen werden, was // die Nahrungsmittel als kosten u. die Kinder brauchen auch Kleidung u. Schuhe. // Schulden habe ich auch ziemlich, soweit // muß ich Zins u. Steuer bezahlen, was // einem wirklich, wenn man nichts verdient, // sehr hart fällt. // Geehrter Herr Pfarrer! // Ich möchte mich da= her mit einer höflichsten // Bitte an Sie wenden, ob Sie nicht so // freundlich wären u. meiner kränklichen Frau // eine Nebenunterstützung zukommen zu // lassen, was bei ihr sehr angelegt ist, // damit sie sich weiter behandeln lassen // kann u. ich Ihnen dafür sehr dankbar wäre. // Geehrter Herr Pfarrer! // Ich weiß wohl, daß Verschiedene etwas // bekommen, wo vor dem Krieg nicht gespart // haben u. haben ihr schön verdientes // Geld ins Wirtshaus getragen u. sind // der Lustbarkeit nachgegangen, was // von mir niemand sagen kann. // Ich habe selten einen Schoppen getrunken, // somit habe ich auch von meinen // Schulden abzahlen können, was // natürlich jetzt nicht mehr sein kann. // Jetzt ist meine Pflicht für das Vaterland // etwas zu leisten, ein jeder an seiner // Stelle, die ihm zugeteilt ist. // Nun hoffe ich mit Gott, daß Sie // meiner Frau gedenken. // Zugleich mache ich auch meinen herzlichsten // Dank für die immer erquickenden Blättchen, wo ich von Ihnen erhalte. // Nun wünsche ich Ihnen sowie Ihrer l. Familie // ein gesundes Wohlergehen. // Mit herzlichem Gruß A. Knappenberger.

Feldpostbrief, 30. November 1917

Absendeort: Ulm

Truppenzugehörigkeit: Württembergische Nachrichten-Ersatz-Abteilung 13, Rekruten-Depot, 7. Korporalschaft
Dienstgrad: Telegrafist

Lieber Herr Pfarrer! // Nun komme ich dazu, Ihnen einige // Zeilen zu schreiben u. möchte Ihnen // freundlichst mitteilen, daß es mir // bei meinem frischen Truppenteil // Gott sei Dank gut geht, nur muß // ich sehr viel lernen, haben speziell theo= // retischen u. technischen Unterricht, nun // geht es jetzt auf´s praktische über. // Körperlich ist der Dienst nicht schwer, // aber sonst viel Kopfanstrengierung. // Ferner möchte ich auch für die immer // erhaltenden Blättchen bei Ihnen meinen // besten Dank aussprechen. // Nun wünsche ich Ihnen sowie Ihrer // l. Familie ein gesundes Wohlergehen. // Mit herzlichem Gruß. Telegr. Knappenberger.

Aktualisiert am: 04.10.2016

Kuhnle, David

Quellenangabe

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 463

Kurzbiografie

David Kuhnle aus Schornbach war bereits 1915 als Landwehrmann beim Königlich Sächsischen Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 19, vor allem im Osten (Russland und Polen), im Einsatz. Zuvor befand er sich auf einem der ältesten Truppenübungsplätze in Zeithain bei Riesa in Sachsen, wo auch sein Regiment zusammengestellt wurde. Nach seinen Einsätzen in Russland und Polen wurde er in die Garnison nach Leipzig entlassen, bevor er nach Mazedonien berufen wurde.

Feldpostbrief, o.D.

Absendeort: Russland

Truppenzugehörigkeit: nicht benannt

Dienstgrad: Landwehrmann
Sehr geehrter Herr Pfarrer! // Erlaube mir, da ich Herrn Pfarrer bereits // versprochen, einiges aus meinen Erlebnissen // mitteilen zu wollen. So will ich das heute // nachholen. Der Dienst macht uns oft einen // Strich durch die Rechnung, dann auch wieder die // Beleuchtung und der kleine Platz in den // Unterständen. Man sollte denken, im großen // weiten Rußland ist Platz genug für die // Germans, aber bei uns trifft das nicht zu. // Nur da ist eben nichts zu ändern. Wir sind // ja auch genügsam geworden in dieser langen // Zeit. Nun aber zur Sache! Den 23. Juni 1915 // wurde unser Regt. im Truppenübungsplatz // Zeithain (1) zusammengestellt. Unser Batl. // waren Leute aus der Kreishauptmannschaft // Leipzig, die beiden anderen aus Chemnitz u. Zwickau. // Bereits am 25. Juni wurde das Regt. mobil. // Nun wurde Leben, Zeit zu langem Nachdenken // gab´s da nicht mehr. Bereits am 27. Juli hatte das Regt. in der neuen Feldausrüstung Besichti= // gung durch den stellvert. General des 19. Korps. // Wir hatten in diesen 2 Tagen kaum Zeit // zum Essen. Allerlei Vermutungen kursierten // bei Offizieren und Mannschaften, niemand // wußte etwas richtiges, steht es irgendwo // an der Front nicht gut, sind die Russen // wieder eingebrochen? Auch kamen einige // Tage keine Zeitungen u. keine Post. Das // alles waren Fragen, die niemand beantworten // konnte, auch wußten wir nicht wo es hingeht. // Wir alle wußten ja nicht, was unser großer // General im fernen Osten mit den Herren Russen // vor hatte u. zu was er seinen Landsturm // gebrauchte. Wir alle setzten ja die größte // Hoffnung auf unseren Hindenburg, wird // es schon machen. Wir hatten auch den Wunsch, // unter seinem Kommando zu stehen und // dieser Wunsch sollte uns auch erfüllt werden, nicht lange mehr ließ er auf sich waren.  // Nach einem kurzen Urlaub zu den Lieben zu // Hause, um Abschied zu nehmen von Frau // und Kinder, manche für immer. Schweren // Herzens doch festen Schrittes, wie es alten // Soldaten geziemt, rückten wir in kleinen // oder größeren Kolonnen der Bahnstat. // Röderau (2) zu, um noch einmal auf der // sächsischen Eisenbahn zu fahren. Der Abschied // von zu Hause ist mir nicht leicht geworden, // denn ich habe auch 5 Kinder und noch keines // aus der Schule. Was soll aus den Kindern // werden, wenn Vater nicht mehr kommt? // Mein kleiner Bub Heinz will mit // Vater in den Krieg, holt seinen Säbel, setzt // seinen Helm auf und begleitet seinen // Vater nach der Bahn. Er wird 6 Jahre alt, // aber diese Soldatung ist in so einem kleinen // Knirps. Da möchte man sagen, lieb Vaterland // magst ruhig sein, Jung-Deutschland kommt // nun an die Reih. Das ist es ja, wer uns // verholfen hat, überall auf allen Fronten // tief i/ Feindesland zu stehn u. auszuharren // unter den schwierigsten Verhältnissen und // gegen eine Welt voll Feinden! Getrost // dürfen wir nach heiß erstrittenem Sieg // u. Frieden die Waffen in die Hände unserer // Söhne legen. Auch sie werden es verstehen, // das Vaterland zu schützen von wo der Feind // auch kommen mag und darauf können wir // stolz sein! So verließen wir das traute, // liebe Heim u. fort ging es wieder nach // Zeithain auf den großen Übungsplatz. // Es ging an das Schützengraben ausheben, // daß der Schweiß in Strömen floss. Die // Sonne tat auch ihr möglichstes nach 2 großen // Nachtfeld-Übungen im Regt.. So rückte der // 5. Juli heran, der Tag des Ausmarsches // der Soldaten auf die Bahn. Die Fahrt // ging durch Schlesien. Nun wußten wir // wo es hingeht. Also bei Hindenburg! // Die Stimmung wurde gehoben, er wird uns // zum Siege führen. So fuhren wir gegen Osten // über Thorn (3), Ostrowo. (4) Am 7. Juli nachmittags // 3 Uhr passierten wir unter mächtigem Hurra // die russische Grenze bei Kalish(5) und weiter // ging es über Alexandzwo(6), Lotz (7), Lowitzsk(8). // Nachts 12 Uhr kamen wir in Scirnewieze (9) auf // der Endstation an. Der Zug fuhr von Lotz // mit abgeblendeten Lichtern u. ohne Beleuchtung // der 8 Waggon in langsamer Fahrt, öfter haltend, // in letztgenannte Station ein. // Schon bei Lowitzsk hören wir fernen // Kanonendonner und bald auch die ersten // Leuchtkugeln, also wir haben uns der ersten Stellung // für uns in diesem Kriege genähert. In // Lotz sahen wir einen großen Zug mit // Bayern, auch Landsturm, die selbe Richtung // wie wir. Letztere kamen später in Scirniwitze // an. Das Aussteigen aus dem Zug // geschah ganz lautlos, ebenso das Ausladen // der Bagasche (10) u. Maschinengewehre u. der Pferde. // Das Batl. bei dem ich war, setzte in einer // Lindenallee die Gewehre zusammen // u. legten die Tornister ab u. ruhten, // bis das Ausladen der Bagasche (11) ablösten. // Nun kommt der leise Befehl „an die Gewehre, Gepäck auf“. Das II. Batl. rückt in Komp. // Gruppenkolonnen nach der // Stadt u. über den holprigen Marktplatz // durch eine breite Straße, welche ziemlich // ansteigt. Es ist das bes= sere Viertel, ganz // stattliche massive Gebäude mit Veranden // nach der Straße zu. Wir marschieren an // der russischen Kirche vorüber mit // ihren hellglänzenden Kuppeln, ferner // an dem Kaiser-Alexander= platz mit // dem schönen Denkmal des Zaren. // In der Stadt scheinen nicht viel Leute // zu wohnen, denn sonst hätten sie uns // kommen hören. Nur ab und zu sah man // an den Fenstervorhängen im Nachtgewand // Personen hervor lugen. Nun ging // es rechts durch ein breites Tor u. stehen // nun mitten auf dem Kasernenhof // des Don-Kosaken- Regt. N0. 151. Unter Führung preuß. Offiz. u. Unteroffiz. // wurden den Komp. die Räumlichkeiten // angewiesen, wo wir unsere müden Glie= der, // so gut es eben geht, ausstrecken können. Es // dauerte auch nicht lange, da waren wir // im Träume wieder zu Hause. Gegen 9 Uhr // früh heißt es aufstehen, Kaffee fassen, // das trinkt ja der Sachse gerne. Nun geht // es in den Kasernenhof, dort sind die // ganzen Feld= küchen der Reihe nach aufgefahren // u. dampfen heftig drauf los u. hier // sehen wir unsere Bayern von Lodz wieder // u. trinken statt bayrisch. Bier ebenfalls // Kaffee. Diese kamen gleich nach uns in // Skirniwieze an u. bewohnten den anderen // Flügel in der Kaserne, ebenfalls das III. Batl. // unseres Regts. war da. Das I. Batl. // von uns kam gegen Abend mit dem // Regt. Stab ebenfalls noch in die Kaserne, // letztere waren jedoch sehr … // u. wurden in einer größeren Ortschaft // noch vor der Stadt einquartiert. Immer // noch kam Militär J… alles Landsturm. // Die Stadt wimmelte von Soldaten. Von // den Bewohnern waren hauptsächlich die // Juden geblieben, welche auch dem // deutschen Landsturm ihre Waren zum // Verkauf anboten. Die größte Mehrzahl // spricht deutsch, sie beherrschen aber auch // die polnische u. russische Sprache. Schnell // vergeht die Zeit u. 1 Uhr ist Essenfassen // bei der Gulaschkanone. // Nudeln u. Rindfleisch gab es bei uns, // die Bayern hatten Erbsen u. Speck. // So konnte man also tauschen, wenn einer // Appetit zu Erbsen u. ein anderer nach Nudeln hat Das Essen war reichlich und gut damals, // jetzt ist das anders geworden. Nachmittag // war Gewehrreinigen u. Appell, anschließend // Befehlsausgabe. 8 Kompanien vom Regt. rücken vormittags 9 Uhr in Stellung, 4 Komp. // bleiben in Reserve im Waldlager. Die 8 Komp. rücken // also am 9. Juli mit Sack u. Pack früh zur angesetzten // Stunde unter Führung der preußisch. Offiz. u. Unteroffz. // von dem abzulösenden Regt. nach dem nahen Walde // der Rawka zu. Die Sonne meint es gut mit // uns, es ist unser erster Marsch in Feindesland, // aber dennoch ist die Stimmung gut. Wir sehen von // dem heißen aufgewirbelten Staub u. dem tiefen // Sand nicht mehr feldgrau sondern deckgrau // aus. Ein feindlicher  Flieger wird gemeldet, alles // schnell in den Wald rein u. hinlegen, also // die Straße frei, … das war uns bloß lieb. // Der große Vogel kreiste eine gute Weile über dem // Walde u. besonders über der ziemlich breiten // Waldstraße, nun wollte er in die Richtung // Scirniwieze zu, also nach dem freien Gelände, // um dort bessere Ausschau zu halten. Er hatte // ich aber verspätet, wir waren sämtliche Komp. // im Walde drin unter dem Schatten der Bäu me, außerdem mahnten den vorwitzigen großen // Vogel da droben die deutschen Fliegerabwehrgeschütze // u. die dazu aufgestellten Maschinengewehre, // daß das Umschauhalten nicht erlaubt ist, // er mußte schleunigst kehrt machen, // den waren wir also los. Der Marsch wurde // fortgesetzt, aber zur Vorsicht die Straße möglichst // frei gelassen. Die Gefechtsbagage rückte erst // gegen Abend nach, ebenso auch die Feldküchen // u. die 4 Reservekompanien. Nun kamen wir // an eine Waldlichtung, Laufgräben nach // verschiedener Richtung, welche die verschiedenen // Abschnitte bezeichneten, wo sie hinführten, // auch hörten wir gar nicht so weit entfernt // die Gewehrschüsse von den unseren u. den Russen. // So waren wir angelangt an dem Ort Unserer // neuen u. schweren Aufgabe nach einer kurzen, // aber kernigen Ansprache von dem Btl.Kommandeur // u. lautlos ging es in Gruppen in // verschiedene Laufgräben vor, welche ziemlich // tief angelegt waren, jede Komp. nach // ihrem angewiesenen Abschnitt. Meine Komp. // kam in ein zusammengeschossenes Dorf, // Ravkawar der Name, etwas hoch gelegen, unten // im Tale zog sich der kleine Fluß (die Rawka) // in schlangenartiger Windung dahin. Wir lösen // nun die dortige 8. Komp. Nr. 228 ab u. beziehen, // was die ersten Nummern sind, sofort die Posten, erhalten von den alten die besondere Instruktion. // Die abgelöste Mannschaft verläßt ebenso lautlos // die Stellung, in welcher sie seit Februar 1915 // gehaust haben u. jetzt ist es Juli u. zwar // der 9. Nun waren wir Herren in dieser // Gegend, es war Nachmittag 3 Uhr u. wundervolles // Wetter. Die übrigen Mannschaften, welche nicht // auf Posten standen, holten Wasser zum // Nachmittagkaffee u. welche machten Feuer u. // verwendeten grünes Holz u. das rächte sich // eben auch gleich u. gründlich, daß das Feuern // mit grünem Holz im Schützengraben nicht // erlaubt ist, in dem ein paar tüchtige // Ladungen Schrapnells direkt hinter // unseren Gräben platzten sowie einige // ziemlich gut sitzende Granaten u. trotzdem // hatte es keinem schwer geschadet, kamen // diesmal noch mit dem blauen Auge davon // u. Strafe muß sein. Der Kaffee wurde //  trotzdem fertig u. geschmeckt hat er auch. // Die Nacht verlief ziemlich ruhig, nur ab u. zu // einige Gewehrfeuer der Russen // zeigten uns an wo die russische Stellung // uns gegenüber am rührigsten u. nächsten // ist. Scheinwerfer beleuchten die Gegend // bald links, bald rechts u. vor uns, ebenso // öfter auch steigende Raketen lassen erkennen, // daß die Herren Russkis unruhig u. ängstlich // geworden sind. Das Gespenst von Tannenberg (12) // u. Masuren schleicht sich wieder an Sie // heran. Sie merken, daß an der deutschen // Ostfront etwas vor sich geht, aber wo // u. wann?, das macht sie so unsicher // u. das steigert sich immer mehr. Die // nächstfolgende Nacht sollten wir das // erfahren. Unsere Vorposten-Komp. // wurde abends um 1 Komp. verstärkt durch // die Bayern. Auch wir erhielten noch 4 Komp. // Verstärkung in den Graben. Uns wurde unheimlich zu Mute. Wer soll vorgehen? Sollen wir angreifen oder wollen die Russen angreifen, so fragen wir uns // und niemand weiß etwas Bestimmtes! // Fortsetzung im nächsten Brief!

 

Feldpostkarte, 15. Juli 1916

Absendeort: Im Osten an der Düma (13)

Truppenzugehörigkeit: 8. Armee, 6. Reserve-Division, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 19, II. Bataillon, 8. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann

Sehr geehrter Herr Pfarrer! Am 14.7.16 erhielt // ich von Herrn Pfarrer mir zugesandtes Gemeindeblatt // vom 29.6.. Es hat lange gebraucht bevor es an seinen Empfänger // gelangte, da der Brief an das 19. Landwehr-Regt. gelangt ist. // Aber sehr gefreut hab ich mich über den Anblick unseres alten // ehrwürdigen Kirchleins der lieben Heimat, hinter deren // Mauern man konfirmiert und auch den Namen, // die schon lange irgendwo in der weiten Welt eine neue // Heimat gefunden, noch nicht vergeßen hat. Fern von der // Heimat, tief im Feindeslande, findet es seine Söhne // und spricht Ihnen mit stummen Worten Trost zu. Haben // Sie, lieber Herr Pfarrer, tausend Dank für Ihre Mühe u. Liebe. // Werde, sobald ich Zeit finde, ausführlicher // über meine Erlebnisse schreiben. // Mit herzlichen Grüßen Ihr David Kuhnle

Bildpostkarte von Kandau, 23. Oktober 1916

(14)

Absendeort:  Im Schützengraben vor Riga

Truppenzugehörigkeit: 8. Armee, 6. Reserve-Division, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 19, II. Bataillon, 8. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann

Hoch geehrter Herr Pfarrer! // Für Zusendung des Sonntag- u. Gemeindeblattes // sage ich Herrn Pfarrer meinen herzlichen Dank. // Ich freue mich und lese mit besonderem Interesse // über alles, was in der alten lieben Heimat // vorgeht. Auch so manchen herben Verlust hat // die Gemeinde zu beklagen, aber dessen unentwegt // rollen immer noch die eisernen Würfel, schwere Opfer // kost es an Geld u. Blut. Aber unsere Sache // steht gut. So heißt es immer // Kopf hoch u. das // Herz weit. Mit deutschem Gruß Kuhnle

Feldpostkarte, 9. Dezember 1916

Absendeort: Im Schützengraben vor Riga

Truppenzugehörigkeit: 8. Armee, 6. Reserve-Division, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 19, II. Bataillon, 8. Kompanie

Dienstgrad:Landwehrmann

Im Schützengraben vor Riga Geschrieben den 9. Dez. 1916. // Durch Funken-Telegrafie-Bericht erhielten // wir gestern abend u. 9 Uhr, 8.12. 16 // die erfreuliche Botschaft, daß Bukarest, // die Hauptstadt von Rumänien von den // verbündeten Truppen unter Führung von // Falkenhain{ Falkenhain = Erich Falkenhayn, geb. am 11.09.1861 in Belchau (Westpreußen), verstorben am 08.04.1922 auf Schloß Lindstedt bei Potsdam war Nachfolger von Graf Helmuth von Moltke als Generalstabschef und wurde auf diesem Posten durch Hindenburg und Ludendorff ersetzt. Befehligte dann die 9. Armee beim Rumänien-Feldzug.} und Mackensen (15) erobert ist. Ein donnerndes Hurra erscholl an der Dünafront, das die Russen  mit Granat= // und Gewehrfeuer beantworteten, // sie schossen // also den Salut // dazu, heute waren sie // recht ruhig. // Hurra den braven // Truppen u. Ihren // erhabenen Führern. // Mit deutschem // Gruß // von der Dünafront // Ihr David // Kuhnle!

Bildpostkarte vom Pulverturm in Riga, 18. April 1917

Absendeort: Reservelager in Riga

Truppenzugehörigkeit: 8. Armee, 6. Reserve-Division, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 19, II. Bataillon, 8. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann

Im Reservelager den 18.4.1917. // Sehr geehrter Herr Pfarrer! Erhielt am 14.4. // das von Herrn Pfarrer mir zugesandte Gemeinde= // blatt sowie Beilagen vom Christenboten. // Abermals hat der Tod eine mir gut bekannte Frau // aus dem irdischen Dasein abgerufen. Nicht leicht // ist Frau Läpple ihr Fortkommen gewesen. Das ist // mir aus meiner Kinderzeit sehr gut bekannt. // Mag ihr die Erde leicht sein. Auch die Frau Beuttel, Buhlbronn hab ich gut gekannt. // David Kuhnle

 

 

Feldpostbrief und Bildpostkarte von Mazedonien, 17. Mai 1918

Absendeort: Mazedonien

Truppenzugehörigkeit: 8. Armee, 6. Reserve-Division, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 19, II. Bataillon, 8. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann

Hoch geehrter Herr Pfarrer! // Erlaube mir, Herrn Pfarrer Pressel // mitzuteilen, daß ich gestern, den 16.5. // unser liebes Gemeindeblatt von // Schornbach erhalten habe, sage Herrn // Pfarrer herzlichen Dank dafür. Ich // hatte im Herbst 1917, als ich von meinem // alten Regt. 19 mit den Austausch= // mannschaften nach der Garnison // Leipzig entlassen worden bin, bei // meiner Komp. alle Postsachen nach // Westerritz {Westerritz wurde weder bei Google noch im Straßenatlas gefunden } zu senden gebeten, aber // die Postsachen gingen alle // zum Ersatz-Batl. XIX / 6. Und wer // nicht mehr dort war zurück an // Absender. Ich war nur 4 Wochen // in der Heimat, 14 Tage bei der // Familie und 14 Tage in der // Garnison. Dann ging es zum zweitenmal wieder ins Feld, diesmal // nach dem Süden ins heiße Mazedonien. // Wir liegen im Raderhtal  7 Raderhtal ist vermutlich das Vardartal, durch das der Fluss Vardar fließt (früher auch Wardar)} zerstreut. // Der Stab befindet sich in Troyaci (16). // Letzteres ist eine Etappen- und Verpflegungs= // station für durchziehende Truppen // von u. nach der Front. Bis Gratzgo (17) // führt die große Bahn, dann geht es // mit der Feldbahn nach Drenoro (18), // Radebyel (19), Troyaci, Perleppe(20), // Plettwarr (21), von dort aus geht es // mittels Tragtier-Kolonnen // nach der Front durch arge Pässe  // u. über das Gebirge. Wir bilden // hier ein Reserve- u. Etappen-= // Batl. für sächsische Truppen, // welche an der Front sind. Nur // wir ältere Leute kommen als // Ersatzleute an die Front nicht // mehr in Frage. Wir haben die // Bewachung der Seilbahn, über[nommen], welche das modernste Beförderungs= // mittel ist in solchen Ländern, // wo die Kultur noch herzlich // wenig Fuß gefaßt hat. Wir sind // auf verschiedene Stationen verteilt. // Unsere Station heißt Toplika (22) in der Nähe des Troyaci-Lagers. Von dort // stehen wir Posten u. Patrouille // im Gebirge nach dem Lauf der // Seilbahn. Der Dienst ist sehr ausgedehnt, // freie Zeit gibt es nicht viel, aber // wir sind wenigstens von der // Front weg u. brauchen nicht in den // Erdhöhlen zu wohnen wie einst. // Wir wohnen in luftiger Höhe in // einer hübschen Baracke, welche mit // großen Steinen eingefaßt ist, // damit uns der Wind nicht unfrei= // willig ins Tal befördert. Wir // wohnen hier 15 Mann mit 1 // Unteroffz.. Die Verpflegung // ist hier besser als in Rußland. // Wir genießen hier die sogenannte // Balkanzulage, // welche in Butter u. Fett besteht, // was wir auch sehr notwendig gebrauchen // können, denn die ungewöhnliche Temperatur // in diesem Lande stellt an uns // Mittel-Europäer die größten // Anforderungen, besonders an uns // ältere Leute, es fehlt der Wald. // Die Malaria greift in der heißen // Jahreszeit ganz bedenklich um sich. // Bis jetzt bin ich verschont geblieben // davon, aber viele meiner Kameraden, // welche mit rauf gekommen sind // i/ Herbst 1917 wurden von dieser // heimtückischen Krankheit befallen // u. kamen ins Lazarett, teilweise // auch wieder nach der Heimat. // Hoffen wir das Beste, daß ich // auch aus diesem Lande heil und // gesund wieder in die Heimat // komme. Es hat in diesem // schrecklichsten aller Kriege // jeder sein Päckchen zu // tragen, im Felde wie in der // Heimat. In der Gemeinde Schornbach // sind leider auch wieder recht große Verluste // zu beklagen, sowie auch in der Nachbar= // gemeinde Buhlbronn. Auch der // alte ehrwürdige Herr Friedrich Schaal (23) // ist zu seinen Vätern heimgegangen. // Er war mir aus meiner Jugendzeit // sehr gut bekannt, ein guter u. // ruhiger Bürger u.ein Kinderfreund. // Auch ihm war die Schwere des // Krieges im hohen Alter nicht // erspart geblieben, darum Friede // seiner Asche und von den Seinen // unvergessen! // Im nächsten Brief will ich noch // einiges über Land u. Leute aus // Mazedonien berichten, wie die Zeit // es mir erlaubt und will für // heute schließen mit dem Wunsch // für eine gute u. reiche Ernte für // die alte Heimat u. besonders für // unser liebes Schornbach. // Mit deutschem Gruß aus Mazedonien // für Herrn Pfarrer u. die Gemeinde // Ihr dankbarer Ldw.mann // David Kuhnle

 

Bildpostkarte:

Lege hier noch eine kleine Ansicht von // unserem Radahthal // für Herrn Pfarrer mit bei, eine Aufnahme // von der neuen Paßstraße u. der Feldbahn. Der Durchbruch durch den Reiakpass (24), ausgeführt // von deutschen Straßenbaukompagnien und // deutschen Eisenbahn= //  truppen mit Hilfe russischer // Gefangener i/ Jahr 1916 u. 17. Wahrlich // keine leichte Arbeit, durch dieses Felsengebirge. //  Es ist die Strecke Drenoro – Trayaci.

Feldpostkarte, o.D.

Absendeort: nicht benannt

Truppenzugehörigkeit: nicht benannt

Dienstgrad: nicht benannt

Sehr geehrter Herr Pfarrer! Wir haben nun // den äußerst strengen Winter hinter uns. Die // großen Schneemassen sind so ziemlich schnell // verschwunden und der Eisgang auf der Düna // ist im vollen Gange. Auf dem rechten Ufer sind // teilweise große Wassermassen eingetreten. Sonst …Rest kann nicht gelesen werden // Einmal muß dieser // schreckliche Krieg // doch ein Ende // nehmen. // Mit freundlichem // Gruß u. Dank // Ihr Ldwmann D. Kuhnle.

Feldpostkarte, o.D.

Absendeort:  nicht benannt

Truppenzugehörigkeit: nicht benannt

Dienstgrad: Landwehrmann

Hoch geehrter Herr Pfarrer! Wir haben nun // den äußerst strengen Winter hinter uns. Die // großen Schneemassen sind so ziemlich schnell // verschwunden? und der Eisgang auf der Düna // ist in vollem Gange. Auf dem rechten Ufer sind // teilweise große Überschwemmungen eingetreten. // Sonst ist es an unserer Front recht ruhig // und hoffen wir, daß es bald ganz ruhig wird. Desto // schlimmer? ist es aber im Westen. Dort scheint der // Feind seine ganzen Kräfte // einzusetzen. Mögen sie sich die // Köpfe nacheinander ein= rennen. // Ob sie dabei etwas … das // müssen und wollen wir unseren // Kameraden im Westen überlassen. // Sie werden auch den willdesten // Anstürmen stand= // halten. Auch wir haben es // gelernt, den // Mut nicht sinken zu lassen. // Einmal muß dieser // schreckliche Krieg // doch ein Ende // nehmen. // Mit freundlichem Gruß u. Dank // Ihr Ldw.mann D. Kuhnle // Mit herzlichem Gruß an die Gemeinde.

Feldpostkarte, o.D.

Absendeort: nicht benannt

Truppenzugehörigkeit: nicht benannt

Dienstgrad: Landwehrmann

So heißt es eben für uns noch etwas auszuharren // u. wenn wir den Leibriemen auch noch enger schnallen // müssen, als wir schon gemacht haben, verhungern // werden wir trotzdem nicht, aber jedenfalls ist es tausend= // mal besser, als ein von England abhängendes Volk // zu sein. Da müssten wir uns doch schämen vor unseren // Kinder u. Enkel, wenn wir uns unterkriegen lassen // wollten von der Bande. Das sollte sich jeder Deutsche // sagen, daß das ein Brandmal wäre u. ein Unglück // für das ganze deutsche Volk. Also durchhalten u. einhalten // ist die Losung an der Düna. Wir besorgen es ihnen schon, // wenn sie frech werden, die Russkis. // In der Hoffnung, daß unsere // Sache zum guten Ende führt // grüße ich mit aller // Hochachtung // Herrn Pfarrer nebst lieber Familie // mit Grüßen an die // Gemeinde. // Ihr Ldw.mann Kuhnle

Aktualisiert am: 04.10.2016

Kuhnle, K

Quellenangabe

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 468

Kurzbiografie

Von K. Kuhnle ist lediglich bekannt, dass er aus Buhlbronn und der Vater von Helmuth Kuhnle, bis 1974 Bürgermeister von Grunbach, war.

Bildpostkarte Gruppenfoto Münsingen, 21. August 1917

Absendeort: Münsingen

Truppenzugehörigkeit:1.Ersatz-Komp. z.Zt. Münsingen, Russenlager
Dienstgrad: Musketier

Geehrter H. Pfarrer! // habe öfters das Gemeinde= // blättchen erhalten, welches // mich immer sehr freute, u. // möchte dafür bestens danken. Mir geht es immer gut. Ich bin // noch etwa 3 Wochen auf // dem Truppenübungsplatz, dann // gehts wieder nach Kirchheim. // Das Bild ist vom Hohenneuffen // meine Adr.ist nicht // mehr 3. Rekrutendepot // sondern 1.Ersatzkomp. // Indessen grüst Sie // Ihr dankbarer // K. Kuhnle

Aktualisiert am: 04.10.2016

Kuhnle, Karl

Quellenangabe

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach Nr. 469

Kurzbiografie

Karl Kuhnle aus Buhlbronn war bereits im September 1914 in Lothringen und an der Somme im Einsatz als Landwehrmann. Im Sommer 1915 kämpfte er in Polen am Narew und war dann im Mai 1916 wieder in Frankreich bei Reims. Zwischen Januar 1915 und August 1915 wurde er zum Unteroffizier befördert.

Feldpostkarte, 6. September 1914

Absendeort: Cirey (1)

Truppenzugehörigkeit: 14. Reserve-Armee-Korps, 26. Reserve-Division, Reserve-Regiment Nr. 120, 1. Bataillon, 1. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann  

Werter Herr Pfarrer // Ich habe soeben Ihren Brief und // Büchlein erhalten, welches mich sehr // freute. Es freut mich immer, wenn ich // aus der Heimat etwas bekomme. // Mir geht es gut und bin noch ge= // sund. Die letzten 3 Wochen waren // sehr anstrengend, wir waren immer // im Vormarsch und Gefecht. Unsere // Komp. hat etwa 100 Mann Verluste. // Jetzt sind wir in ein besseres Gelände // abgezogen, um die Franzosen zum // angreifen zu zwingen, aber sie // greifen einfach nicht an, sonst // wären sie kaputt. Unsere vorherige // Stellung war bei Saint Dié (2). Mit Gottes // Hilfe hoffen wir auf einen baldigen // Sieg. Herzl. grüßt Sie Wehrm. Karl Kuhnle

Feldpostkarte, 17. November 1914

Absendeort: La Boiselle (3)

Truppenzugehörigkeit: 14. Reserve-Armee-Korps, 26. Reserve-Division, Reserve-Regiment Nr. 120, 1. Bataillon, 1. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann  
Werter Herr Pfarrer! // Habe gestern das neue Ge= // meindeblatt von Ihnen erhalten, // welches mich sehr freute. Es ist sehr // geschickt, wenn man weiß, wo // und bei welchem Regiment // als seine Kameraden und Be= // kannte sind. Wir sind schon seit // 29. Sept. hier in einer Stellung. // Es ist sehr schlecht Wetter wirklich, // regnerisch, kalt und windig. // Hoffentlich geht es bald weiter. Der // Ort hier ist total zusammengeschossen. // Von den Franzosen die Stellung // hier ist ungefähr 3 – 4 Kilom.vor // Albert, das ist südlich von Arras. // Ich bin Gott sei Dank immer noch // gesund und sehe der Zukunft mit // Ruhe entgegen. // Freundlich grüßt Sie Wehrm. Kuhnle

Feldpostkarte, 12. Januar 1915

Absendeort: nicht benannt

Truppenzugehörigkeit: 14. Reserve-Armee-Korps, 26. Reserve-Division, Reserve-Regiment Nr. 120, 1. Bataillon, 1. Kompanie

Dienstgrad: Landwehrmann  
Geschrieben den 12.1.1915 // Werter Herr Pfarrer! // Habe gestern die Blätter mit beigelegter Post= // karte erhalten, auch erhalte ich regel= mäßig das // Blatt „Durch Kampf zum Sieg“, welche mich sehr freuen, // besten Dank dafür. Mir geht es immer noch gut // und hoffe es auch für die Zukunft. Weihnachten // und Neujahr waren nicht sehr schön bei uns. Wir // hatten mehrere scharfe Gefechte mit den Franzosen // zu bestehen. Auch jetzt noch wollen sie immer unsere // Linie hier durchbrechen, es wird ihnen aber nicht // gelingen. Man muß auf Gott vertrauen, // dann geht die Sache schon. Herzl. Gruß // Wehrm. K. Kuhnle. 

Feldpostkarte, 10. Oktober 1915

Absendeort: Polen

Truppenzugehörigkeit: 14. Reserve-Armee-Korps, 26. Reserve-Division, Reserve-Regiment Nr. 120, 1. Bataillon, 1. Kompanie

Dienstgrad: Unteroffizier
Lieber Herr Pfarrer! // Habe heute das Blatt „Danket dem Herrn“ und „Durch Kampf zum Sieg“ // erhalten, die mich recht freuten, // besten Dank dafür. Wir sind // zwischen Ostrolenka{ Ostrolenka ist eine polnische Gemeinde oder Stadt am Narew im heutigen Polen,nördlich von Warschau} und Lomscha{ Lomscha = Lomza ist ebenfalls eine polnische Gemeinde oder Stadt

   östlich von Ostrolenka und liegt ebenfalls am Narew} // am Narew{ Der Narew ist ein rechter Nebenfluß des unteren Bug in Polen}  ins Gefecht gekommen // und sind jetzt bereits hinter Lomscha. // Die Russen werden alle Tage ge= // schlagen und ziehen sich zurück. Ihre Dörfer stecken sie alle vorher in // Brand. Der Bewegungskrieg ist schöner // als wie der Stellungskrieg, aber // die Verpflegung ist schlechter. Sonst geht es mir noch ganz gut. // Mit herzl. Gruß // Unteroffz. K. Kuhnle

Feldpostkarte, 4. Mai 1916

Absendeort: Vor Reims

Truppenzugehörigkeit: 14. Reserve-Armee-Korps, 26. Reserve-Division, Reserve-Regiment Nr. 120, 1. Bataillon, 1. Kompanie

Dienstgrad:  Unteroffizier
Geschrieben 4.5.16 // Werter Herr Pfarrer! // Habe das Gemeindeblatt von Ihnen // erhalten, besten Dank dafür. Ich hätte Sie // gerne noch besucht, ehe ich ins Feld kam, aber // ich hatte keine Zeit mehr dazu. Wir waren // seither in Ruhe und kamen am 2.5. in // Stellung vor Reims. Die Stellung ist ziemlich ruhig und es geht uns allen gut. // Die= se Karte schreibe ich im Unterstand // bei mäßigem Artilleriefeuer. // Es grüßt Sie herzl. Uoffz. Karl Kuhnle

Feldpostkarte, 10. August 1917

Absendeort:  R. Reims? /p>

Truppenzugehörigkeit: 14. Reserve-Armee-Korps, 26. Reserve-Division, Reserve-Regiment Nr. 120, 1. Bataillon, 7. Kompanie

Dienstgrad:  Unteroffizier
// Geehrter Herr Pfarrer! // Ich kann Euch mitteilen, daß ich unser // wertes Gemeindeblatt erhalten und // auch lese. Es freut mich immer, wenn // ich es erhalte, weil[ich] da immer etwas // von der lieben Heimat höre. Sonst // geht es mir Gott sei Dank gut. Nun // will ich schließen in der Hoffnung // auf einen baldigen Frie= den. // Mit Gruß Uoffz. Kuhnle

1 leerer Umschlag

adressiert an Karl Kuhnle, im Feld, 58. Infanterie-Division, Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 120, 1. Bataillon, 1. Kompanie (4)

1 Anschriftenzettel

mit folgender Anschrift: Landwehrmann Karl Kuhnle, Reserve- Infanterie-Regiment Nr. 120, 1. Kompanie, 58. Infanterie-Division, 116. Infanterie-Brigade

Aktualisiert am: 04.10.2016

Kurz, Ernst

Quellenangabe

LKA Stuttgart, Pfa Schornbach, Nr. 476

Kurzbiografie

Von Ernst Kuhn ist lediglich bekannt, dass er aus Buhlbronn war.(1)

Umschlag adressiert an Ernst Kurz, 5. Dezember 1914

Absendeort: Schorndorf

Truppenzugehörigkeit: Rekrutendepot, 4. Kompagnie, Wilhelmsburg, Ulm a.D., Landw.Reg.Nr.125                                                                                                                                                  

Dienstgrad: nicht benannt

(2)

Feldpostkarte, 15. Dezember 1914

Absendeort: Verzy

Truppenzugehörigkeit: 13. Armeekorps, 2. Division, LandwehrReg. Nr. 125, 1.Bataillon, 2. Kompagnie

Dienstgrad:  Ersatzreservist
Euer Hochwohlgeboren.// Will Ihnen auch einen Gruß // aus Frankreich Schreiben. Ich bin // in dem Argonnenwald. Sind 3 Tage // im Wald die erste Nacht u.Tag in der Kaserne,// dann 2 Nacht und Tag in vorderer Stellung // am Waldrand, die Franzmänner liegen // 400 m vor uns in Stellung, wier sind // hier gut verbarkadiert, wier können // vorderhand nicht angreifen, denn wier // müßen warten biß unserer Kameraden // rechts und lings auch soweit vorne // sind. Ich schreibe dieße Karte hier in // meinem Unterstand. Nach 3 Tagen können // wier wider 1 Tag u. Nacht zurück nach // Werz es ist zum laufen 2 Stunden. Die // Ortschaft ist bereits ganz zusammengeschossen. // Am Rand: Habe das Blättchen in Ulm pünktlich bekommen. (…)

Feldpostkarte, 11. Juli 1915

Absendeort: nicht benannt

Truppenzugehörigkeit: 5. Armeekorps, 2. Division, LandwehrReg. Nr. 125, 1.Bataillon, 2. Kompagnie

Dienstgrad:  Ersatzreservist

Werther Herr Pfarrer! //

will Ihnen mittheilen, daß ich das Blättchen von // Ihnen jede Woche bekomme, welches mich jedes Mal recht // freut, ganz besonders freut mich das Gemeindeblatt, // weil darin alles enthalten ist, was in der l. Heimat // als vor sich geht. Ich hoffe, daß Sie u. Ihre Familie gesund // sind, kann dasselbe Gott sei dank von mir auch noch berichten. Sage Ihnen // für das Blättchen meinen besten Dank, u. so Gottes // Wille ist, wird doch der Krieg auch bald für Deutschland, // ein gutes Ende nehmen. Nun lebt wohl, u. seid vielmals // gekrüßt von Ernst Kurz

Am oberen rechten Rand: Mein lieber Bruder Konrad ist am 2. Juli fürs liebe Vaterland gestorben

Am oberen linken Rand:Mein lieber Bruder Chr. ist zurückgekommen nach Deutschland zu einem Offz.Kurs

Am linken unteren Rand: Hochgeehrter Herr Pfarrer, // viele Grüße von Frankreich sendet // Ihnen u. Ihrer werten Familie Wilhelm Haydt, 11. Kp., Landw.Reg. 125

 

 

Aktualisiert am: 04.10.2016