Stuttgarter Kindergärten 1942

Im Jahr 1942 gab es in Stuttgart 24 evangelische Kindergärten. Sie waren an die jeweiligen Kirchengemeinden angeschlossen und wurden vom Verein für Kleinkinderpflegen betrieben. Der Verein hatte die Künstlerin Elisabeth Dinkelacker beauftragt, von Juni bis September des Jahres jede Einrichtung zu besuchen und Illustrationen anzufertigen.

Stuttgarter Kindergärten 1942

Von: Kittel, Andrea

Inhaltsverzeichnis
  1. 1: Handgezeichnetes Bilderbuch von Elisabeth Dinkelacker „Chronik der 24 Stuttgarter Kindergärten des Vereins für Kleinkinderpflegen, 1942“
  2. 1.1: Die Seiten des Bilderbuchs zum Durchblättern
  3. 2: Provenienz
  4. 3: Elisabeth Dinkelacker
  5. 4: Der Verein für Kleinkinderpflegen
  6. Anhang

1: Handgezeichnetes Bilderbuch von Elisabeth Dinkelacker „Chronik der 24 Stuttgarter Kindergärten des Vereins für Kleinkinderpflegen, 1942“

Im Jahr 1942 gab es in Stuttgart 24 evangelische Kindergärten. Sie waren an die jeweiligen Kirchengemeinden angeschlossen und wurden vom Verein für Kleinkinderpflegen betrieben. Der Verein hatte die Künstlerin Elisabeth Dinkelacker beauftragt, von Juni bis September des Jahres jede Einrichtung zu besuchen und Illustrationen anzufertigen. Die Erzieherinnen trugen gereimte Texte bei und so entstand die Chronik der 24 Stuttgarter Kindergärten des Vereins für Kleinkinderpflegen mit dem Titel: „Das Buch erzählet vom Verein: ...wie Kinder fromm und fröhlich sein."

1.1: Die Seiten des Bilderbuchs zum Durchblättern

In alphabetischer Reihenfolge sind folgende Kindergärten dargestellt: "Augusten", "Birkenwald", "Burg", "Charlotten", "Dobel", "Friedens", "Gänsheide", "Hospital", "Johannes", "Klingenbach", "Kathrinen/Leonhards", "Lerchenrain", "Lutherhaus", "Markus", "Martins", "Paul-Gerhardt", "Paulus", "Rosenberg", "Stöckach", "Wald", "Wartberg", "Weismann", "Weißenhof", "Wilhelms".

2: Provenienz

Der Evangelische Landesverband Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V. hat 2010 seinen Bücherbestand an die Landeskirchliche Zentralbibliothek abgegeben.

Unter den rund 130 Büchern befand sich auch das handgemalte Bilderbuch von Elisabeth Dinkelacker über die 24 Stuttgarter Kindergärten, das seither in der Museale Sammlung des Landeskirchlichen Archivs aufbewahrt wird.

3: Elisabeth Dinkelacker

 

Die Illustratorin Elisabeth Dinkelacker (1913-2001) hatte eine Ausbildung zur Kindergärtnerin absolviert, bevor sie an der Stuttgarter Kunstakademie Grafik studierte. Sie gestaltete und zeichnete Karten, Kalender, Losungen, Fleißbildchen, illustrierte Bücher. Vieles ist im Verlag Junge Gemeinde, Stuttgart oder im Verlag Ernst Kaufmann, Lahr erschienen.

 

4: Der Verein für Kleinkinderpflegen

Die Geschichte des Vereins für Kleinkinderpflegen beginnt im 19. Jahrhundert. Die Auflösung der Großfamilie im Zuge der Industrialisierung hatte dazu geführt, dass viele Kinder ohne Betreuung blieben. In ganz Württemberg entstanden sogenannte Rettungsanstalten, um der drohenden Verwahrlosung der Kinder entgegen zu treten. In zahlreichen Städten und Gemeinden wurden zusätzlich sogenannte Kinderbewahranstalten eingerichtet – die Vorläufer der Kindergärten. Die anfängliche bloße „Aufbewahrung" der Kinder wich bald pädagogischen Konzepten, wie sie vor allem der Thüringer Pädagoge Friedrich Fröbel entwickelte, der als der Begründer des Kindergartens gilt.

Den ersten evangelischen Kindergarten in Stuttgart gründete im Jahr 1862 ein „Damenkomitee". Um weitere Initiativen zu unterstützen, wurde auf Betreiben des Stuttgarter Kaufmanns Heinrich Lotter 1839 der Verein für Kleinkinderpflegen ins Leben gerufen. Von da aus dehnte sich das Werk auf das ganze Land aus, und bis 1848 bestanden schon in 99 Orten Kleinkinderschulen mit über 6500 Kindern.

1926 wurde der Evangelische Landesverband für Kinderpflege in Württemberg gegründet. 1956 vertrat er schon 900 Einrichtungen. Heute gehören ihm, unter dem Namen Evangelische Landesverband Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V. über 2000 Einrichtungen an. Ziel des Verbandes ist, in evangelischer Verantwortung Sorge zu tragen für Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern. Daher unterstützt der Verband Träger und Einrichtungen in ihren organisatorischen, planerischen und pädagogischen Aufgaben. Zugleich gestaltet er die politischen Rahmenbedingungen der Kinderbetreuung und der Elementarpädagogik mit.

Aktualisiert am: 05.05.2020