Schrenk, Elias

Von: Quack, Jürgen

Elias Schrenk (1831-1913)

Elias Schrenk

Foto: BMDZ

Geboren wurde Elias Schrenk am 19. September 1831 in Hausen ob Verena, einem Dorf auf der Schwäbischen Alb. Der dortige Kindergarten trägt seinen Namen, im Rathaussaal hängt sein Bild, und im Pfarrhaus wird sein griechisches Neues Testament aufbewahrt. Der junge Elias Schrenk wollte Pfarrer werden. Aber da sein Vater früh starb, musste er die Schule verlassen und Geld verdienen. In Tuttlingen wurde er zum Kaufmann ausgebildet, bevor er einige Jahre später Missionar wurde. Von Basel aus war er 1859 an die Goldküste, ins heutige Ghana, geschickt worden. Als Elias Schrenk 1875 wegen seiner angegriffenen Gesundheit nach 16 Jahren Missionsdienst aus Afrika zurückkommt, zieht er nach Frankfurt und wirkt als Reiseprediger der Basler Mission in Hessen und Thüringen.

Es ist die Zeit der industriellen Revolution und des Frühkapitalismus; viele Menschen ziehen aus den Dörfern in Städte. Die dortigen Kirchengemeinden erreichen die Arbeiter nicht.  Es häufen sich die Klagen über die Entkirchlichung breiter Bevölkerungsschichten. Aber was dagegen tun? Die Einladung zum Sonntagsgottesdienst und zur pietistischen „Stunde“ reichen offensichtlich nicht mehr. Neue Methoden sind nötig. Schrenk geht hin zu den Menschen. Er spricht nicht nur in Kirchen und Sälen, sondern auch an Orten, wo sonst kein Pfarrer auftaucht: in Turnhallen, Tanzlo­kalen und Zirkuszelten. Er macht es, wie er es als Missionar in Afrika gemacht hat: er geht dahin, wo die Leute sind - und erwartet nicht, dass die Menschen zu ihm kommen. Ab 1884 ist er als freier Evangelist in ganz Deutschland tätig. Gleichzeitig mit der Evangelisation für die Kirchenfernen hält er Bibelstunden mit den örtlichen Gemeinden. Denn die Gemeinden sollen „Missionsgemeinden“ werden.

Elias Schrenk wurde er zu einem der Väter der Gemeinschaftsbewegung und war entscheidend beteiligt an der Abgrenzung zur Pfingstbewegung. Er starb 1913 in Bethel.

Aktualisiert am: 31.03.2022