Dieter, David

Von: Eisler, Jakob

David Dieter wurde am 13. Oktober 1863 als Sohn des Schullehrers Johann Jakob Dieter und der Katharina geb. Hiller in Schopfloch bei Kirchheim unter Teck geboren. Er besuchte zunächst die Grundschule in seinem Heimatort und dann die in Altenstadt bei Geislingen. 1872 kam er in die Lateinschule in Waiblingen, wechselte 1875 in die Lateinschule nach Schorndorf und 1876 nach Göppingen, von wo aus er im Herbst 1877 in das Seminar Maulbronn aufgenommen wurde. 1879 übersiedelte er in das Seminar Blaubeuren.

Im August 1881 bestand er die Aufnahmeprüfung für das Seminar in Tübingen, in welchem er die vier Studienjahre ohne größere Unterbrechung durchlaufen hat. Seine erste Stelle als Vikar übernahm er in Waiblingen im Hebst 1885 bis Mai 1886. Danach war er Vikar und Lehrer auf dem Tempelhof bei Crailsheim von Mai 1886 bis 1890.

Im Jahre 1890 unternahm er eine wissenschaftliche Reise nach Palästina, Syrien, Ägypten und Italien. Bei dieser Reise lernte er in Jerusalem die Tätigkeit des Syrischen Waisenhauses kennen. Diese Erziehungseinrichtung trennte sich gerade von ihrem Mutterhaus St. Chrischona und wurde selbstständig. Von Anfang an wurde neben der schulischen Ausbildung großes Gewicht auf handwerkliche Arbeit gelegt, so dass im Laufe der Zeit eine große Zahl verschiedener Werkstätten im Waisenhaus eingerichtet wurde. Somit konnten die Schüler gemäß ihren Neigungen und Begabungen einen Beruf erlernen, der ihnen ein selbstständiges Leben ermöglichte. Es handelt sich dabei um die größte Erziehungsanstalt des Orients. Johann Ludwig Schneller, der erste Leiter und Gründer der Einrichtung, forderte Pf. Dieter auf, in den Vorstand einzutreten, was David Dieter nach seiner Rückkehr nach Stuttgart tat. Dieses Amt begleitete er bis zu seinem Tod. Von Juli 1890 bis 1899 war er zweiter Geistlicher der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart. 1892 heiratete er Pauline Emilie geb. Katz, beide hatten 4 Kinder.

Während seiner 9jährigen Tätigkeit bei der Inneren Mission leitete er dreieinhalb Jahre die Stuttgarter Stadtmission. Am 26. November 1899 wurde er zum Stadtpfarrer an der Friedenskirche in Stuttgart ernannt. Diese Stelle konnte er nur weniger als drei Jahre ausfüllen, da er bereits am 23. Februar 1903 an einer Lungenentzündung verstarb.

Aktualisiert am: 29.03.2019